Was ist los im Revier bei den Böcken?

Da bei uns die einjährigen Stücke bereits seit 16. April frei sind, war ich auch schon im Revier unterwegs. Leider war kein passender Knöpfler dabei, trotzdem war es schön wieder einmal die Zeit für einen Ansitz zu finden. Die Rehböcke sind damit beschäftigt ihren Einstand zu finden und es gibt den einen oder anderen Kampf. Die weiblichen Stücke sind zum Teil hoch beschlagen, einige Schmalgeissen und Jährlinge, die zu gut waren, um sie zu erlegen, konnte ich ebenfalls schon ausmachen.

Meine Wildkamera habe ich bei einer Salzlecke aufgehängt und nach einigen Wochen, glaube ich einen ganz guten Überblick über das Rehwild in diesem Gebiet zu haben. Doch wie es wirklich ausschaut, wird sich erst durch die Ansitze dort abzeichnen. Die Vorfreude auf den 1. Mai ist groß. Vielleicht kann ich schon vorher den einen oder anderen Knöpfler oder eine Schmalgeiß erlegen

 

Hier einige Impressionen von der Wildkamera, um die Zeit bis zur Bockjagd zu verkürzen.

 

Allen Waidmannsheil zur Bockjagd!

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Streifzug durch die IWA Teil 2 Jagdwaffen

In Sachen Jagdwaffen ließ die Messe in Nürnberg keine Wünsche offen. Vom .700 Elefantendrilling, bis hin zur Low-Budget-Büchse war alles dabei. Es wurden auch einige Neuheiten präsentiert. Hier liste ich meine Favoriten auf, in Sachen Jagdwaffen auf.

Ganz vorne dabei ist die neue Tikka T3x. Die Finnen bieten zig Variationen für jeden Geschmack. Vom taktischen Scharfschützengewehr bis zum Holzschaft Jagdgewehr wird eine Vielzahl an Modellen angeboten. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig und vom Preis-Leistungsverhältnis sind die Waffen wirklich eine Klasse für sich. img_3772

Besonders gut gefallen haben mir auch die Ruger Büchsen, wie Gunsite Scout oder die American Rifle in den unterschiedlichsten Ausführungen. Browning stellte einige neue Versionen der X-Bolt Reihe vor. Wie hier die X-Bolt SF Long Range McMillan. Mit Mündungsbremse und mit Camo Kunststoffschaft, der sehr gut in der Hand liegt. Auch hier gibt es viele Modelle und die Browning X-Bolt sind qualitativ und preislich wirklich attraktiv. img_3858

Beim Blaser Stand setzt die Vernunft in Sachen guter, preiswerter Waffen natürlich aus. Die Blaser R8 Professional liegt einfach perfekt in der Hand und ein Haben-Wollen-Effekt ist sofort da. Bis man auf den Preis schaut. Grundsolide Waffen, bei denen wirklich bis ins Detail alles passt. Ebenfalls überzeugt haben mich die Merkel Helix Geradezugrepetierer, die qualitativ der Blaser um nichts nachstehen.

Die österreichischen Hersteller wie Steyr Mannlicher, Rössler Waffen oder Voere waren ebenfalls vertreten und präsentierten ihre Produkte. Rössler hat die Titan 6 in mehreren Versionen ausgestellt, die einen grundsoliden Eindruck machte. Hier noch eine Slideshow mit Fotos von der Messe.

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Pistole oder Revolver für die Jagd

Braucht der Jäger eine Kurzwaffe, oder nicht? Diese Frage werden sich schon viele gestellt haben. Meiner Meinung nach, kann eine Pistole oder ein Revolver nicht schaden, wenn er bei der Jagd geführt wird. Was in Österreich hinderlich ist, dass man einen Waffenpass braucht, um eine geladene Kurzwaffe zu führen, nur der Jagdschein samt Waffenbesitzkarte reicht nicht. Ein Waffenpass ist im Moment aber kaum zu bekommen.

Gehen wir davon aus, wir dürfen eine Kurzwaffe führen, welche ist die Richtige für den Jäger. Als erstes muss entschieden werden Pistole oder Revolver. Um diese Entscheidung zu treffen, sollte klar sein, was die Hauptaufgabe für die Kurzwaffe ist.  Sind es Fangschüsse für den Marder oder Fuchs in der Falle, Fangschüsse für das angefahrene oder angeschweißte Reh oder geht es mit der Kurzwaffe ins Dickicht, um einem Wildschwein oder Rotwild den Fangschuss anzutragen.

Eine Pistole
Als reine Fallenwaffe wird eine 22 l.r. Pistole oder eine 9mm Para auf jeden Fall reichen. Die 9 mm kann man mit der richtigen Munition auch für noch lebendes Fallwild oder ein angeschweißtes Reh verwenden, bei einem guten Treffersitz, wird der Jäger Erfolg haben. 9 mm ist ein klassisches Pistolenkaliber, die Auswahl in diesem Kaliber an Handfeuerwaffen ist riesig, angefangen von den diversen Glock  Pistolen, die es in allen Größen gibt, bis hin zur Steyr A1 Serie, Beretta, HK, Sigsauer oder CZ, um nur einige zu nennen. Durch die billige 9mm Munition, kostet der Besuch am Schießstand nicht ganz so viel. Mit einer Glock 17 in 9 mm ist man um etwa 700 Euro schon dabei. Zubehör ist auch recht günstig, wie Lichtmodule, die bei der Nachsuche sehr hilfreich sein können, da keine Taschenlampe mehr extra gehalten werden muss.

Bei den stärkeren Pistolenkalibern wird es etwas teurer, natürlich bringen diese mehr Leistung ins Ziel und sind auch für den Fangschuss auf Schwarz- und Rotwild geeignet. 45.S&W oder 10mm Auto seien hier genannt. Die Munition ist um einiges teurer, aber die Energie die im Wildkörper abgegeben wird, ist ebenso höher.

Ein Revolver
Wer regelmäßig auf Schwarzwild oder Rotwild waidwerkt oder Schweißhundeführer ist, wird wenn er nicht sowieso eine spezielle Langwaffe für diesen Einsatz hat, eher auf einen Revolver zurückgreifen. 357. Magnum oder 44. Magnum haben genügend Durchschlagskraft, auch für schwerere Stücke, vorausgesetzt der Schuss sitzt. Natürlich ist es für den ungeübten Schützen nicht einfach, eine 44. Magnum mehrmals schnell abzufeuern. Deshalb sollte auch hier unbedingt am Stand geübt werden. Vorteile vom Revolver ist die einfache Technik, zündet eine Patrone nicht, drückt man weiter ab und feuert die nächste ab. So sind die Revolver ein verlässlicher Begleiter.

Training
Das Training mit der Kurzwaffe ist jedenfalls wichtig, da sie meistens in stressigen Situation zum Einsatz kommt.

Letzten Endes ist es Geschmackssache ob man sich einen Revolver oder eine Pistole zulegt. Ich muss sagen, am Schießstand machen beide Varianten Spass, im Revier muss man sich im Klaren sein, was die Hauptaufgaben sind.

Waidmannsheil

Test Browning B725

Die Browning B725 führe ich in der Hunter Version mit 71cm langen Lauf mit klassischem Holzschaft aus Nuss. Die Bockflinte ist führig, elegant und liegt sehr gut in der Hand. Im Waffengeschäft fiel mir die Entscheidung nicht schwer, nachdem ich die Browning B525 und die B725 nacheinander in Händen hielt, war es entschieden. Ob der Mehrpreis rational zu erklären ist, kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann, die Flinte macht mir jedes Mal wenn ich sie ins Revier mitnehme Freude.

Hier meine Erfahrungen mit der Flinte in 12/76. Geliefert wird sie in einem Plastikkoffer mit diversen Chokes, Abzugschloss und Beschreibung. Mit ein paar Handgriffen sind die drei Teile zur Flinte zusammengebaut. Der Holzschaft ist wirklich schön gemasert und die gesamte Flinte fühlt sich hochwertig an. Die niedrigere Basküle verleiht der B725 Hunter eine elegante Form, es wirkt nichts klobig oder unproportioniert.

Der Schaft passte mir auf Anhieb, es war nicht schwer das Korn sofort ins Ziel zu bringen. Nach einigen Standbesuchen und Niederwildjagden kann ich sagen, die Browning B725 ist wirklich gelungen. Ich führte davor schon eine ältere Browning, doch das Handling der B725 ist was ganz anderes. Bei der Schiebesicherung können die Läufe gewechselt werden, ob oben oder unten zuerst geschossen wird. Über die etwa vier Millimeter starke Visierlinie und das Korn wird gezielt. Ich hatte die Flinte bei der Krähenjagd und auch bei Treibjagden im Einsatz und konnte einiges Wild sicher erlegen. Bei einem Gewicht von 3280 Gramm habe ich sie auch bei ganztägigen Jagden ohne Probleme geführt. Hätte ich einen Gewehrgurt wäre es vermutlich noch leichter, aber aus optischen Gründen habe ich bisher darauf verzichtet.

Beim Test der Deckung mit der Winchester Super Speed 3 haben beide Läufe sehr gut zusammengeschossen. Was sich auch auf den Jagden bestätigt hat, egal ob auf Krähe oder Fasan, wenn ich gut abgekommen bin, habe ich getroffen.

Fazit
Die Browning B725 Hunter ist eine Flinte, an der ich nichts vermisse oder gerne anders haben wollte. Ich finde die B725 hält die Waage zwischen edel und alltagstauglich. Beim Durchgehen werde ich in Zukunft auf meine alte Flinte zurückgreifen, weil mir die Kratzer am edlen Holz doch noch ein wenig weh tun. Aber in den nächsten 30 bis 40 Jahren wird die Browning sicher noch des öfteren zum Einsatz kommen.

Waidmannsheil

Daten zur B 725 Hunter im Kaliber 12/76
Lauflänge: 71 cm
Verschluss: Doppelte Laufhakenverriegelung
Abzug: umschaltbarer Einabzug
Abzugsgewicht:  1.480 g
Visier: Perlkorn
Chokebohrungen: Wechselchokes
Sicherung: Abzugssicherung auf der Scheibe
Schaft: Nussbaumholz, geölt mit Fischhaut an Vorderschaft und Pistolengriff
Gesamtlänge: 116 cm
Gewicht: 3.280 g
Zubehör: 5 Chokeeinsätze, Chokeschlüssel, Kunststoffkoffer

 

Nikon Aculon 6x20

Test Nikon Aculon AL11 6×20 Entfernungsmesser

Wie weit entfernt steht der Bock, sind es 100 Meter oder doch 150. Oft ist man unsicher, verschätzt sich und ein Schuss geht daneben. Deshalb muss ein Entfernungsmesser her. Die digitalen Helfer müssen nicht teuer sein und können jedem Jäger der es mit dem Schätzen nicht so hat unter die Arme greifen. Der Nikon Aculon AL11 6×20 ist klein, handlich und funktioniert von fünf bis 500 Meter. Auf mehreren Ansitzen hatte ich den Nikon Aculon jetzt schon dabei, er funktioniert und gibt einem Sicherheit.

Geliefert wird  das Gerät mit einer Batterie, einer Hülle und einer Umhängeschnur. Durch die kleinen Abmessungen von 91 x 73 mm ist er schnell im Rucksack oder der Jackentasche verstaut. Die 125 Gramm tragen beim Gepäck nicht auf.

Nikon Aculon 6x20Mit zwei Knöpfen an der Oberseite, kann man nicht viel falsch machen, einer ist zum Einstellen von Meter oder Yards, der andere schaltet das Gerät ein und misst die Entfernung. Die Sechsfache Vergrößerung reicht in dem Einsatzbereich leicht, vor allem für die normalen Schussdistanzen, die bei der Jagd kaum bis 500 Meter gehen. Bei Tageslicht gibt es keine Probleme, bei Nacht und Schnee ebenfalls nicht. Die Anzeige ist nicht beleuchtet, so doch auf hellem Hintergrund oder bei Schnee ist es kein Problem.

Fazit
Als Einstieg in Sachen Entfernungsmesser kann ich den Nikon Aculon AL11 nur empfehlen. Bei einem Einstiegspreis von etwa 150 Euro bekommt man genügend Entfernungsmesser für sein Geld. Günstig und praktikabel ist er auf jeden Fall und in der Entfernung verschätzt man sich mit Sicherheit nicht mehr so oft.

Details Nikon Aculon AL11 6×20

5-500m • Vergrößerung: 6x • Eintrittspupille: 20mm • Austrittspupille: 3.3mm • Messgenauigkeit: 1m • Dioptrienkorrektur • Abmessungen (LxB): 91x73mm • Gewicht: 125g

Test Gränsfors kleine Spaltaxt

Eine gute Axt kann man immer brauchen. Egal ob beim Hochsitzbau oder anderen Revierarbeiten. Nach längerer Recherche entschied ich mich für eine Axt von Gränsfors Bruk. Die Firma hat ihren Sitz in dem schwedischen Dorf Gränsfors im Norden der Region Hälsingland. Seit mehr als 100 Jahren werden in der Ortschaft Äxte geschmiedet. Jedes Werkstück trägt die Initialen des Schmieds der es gefertigt hat.

Das hörte sich alles gut an, die kleine Spaltaxt sollte es werden. Immerhin gibt es fast täglich Kaminholz zu zerkleinern. Doch war ich skeptisch, ob die Axt wirklich den stolzen Preis von 109 Euro wert ist. Nach einigen Wochen weiß ich nun, dass die Qualität über jeden Zweifel erhaben ist. Die Schweden haben eine solide Gebrauchsaxt geschmiedet und im Vergleich zu Äxten mit Plastikgriff, ist sie ein echtes Schmuckstück.

Einiges Buchenholz habe ich jetzt damit schon zerkleinert und die Schneide ist noch immer scharf. Das Gewicht von 1,6 Kilogramm ist auch nicht zu schwer oder zu leicht. Größere Holzstücke zu spalten, ist mit etwas Kraft kein Problem.

Der Stahl für die Äxte kommt laut der Firma Gränsfors Bruk von Ovako in Stockholm und ist ausschließlich aus recyceltem Altmetall. Der Produktionsablauf ist auf der Gränsfors Bruk Webseite zu sehen. Die Stiele sind aus Hickory Holz. Durch die langen Fasern hat es eine hohe Festigkeit und ist zugleich flexibel.  Durch die Maserung und Ölung fühlt sich der Stiel gut an und liegt auch fest in der Hand.

Auf alle Äxte gibt die Firma 20 Jahre Garantie. In den nächsten zwei Jahrzehnten werde ich also sicher noch einiges Holz mit meiner Spaltaxt zerkleinern.

Hier die Fakten:

  • Länge mit Stiel: 59 cm
  • Gewicht: 1,6 kg
  • Schneidenschutz aus pflanzengegerbtem Leder
  • Preis ca. 109 €
  • 20 Jahre Garantie

Saumond lässt Jagdfieber steigen

Wenn der Vollmond aufgeht, kann es noch so kalt sein, als Jäger zieht es einen ins Revier. So ging es auch mir beim vergangenen „Saumond“. Also zusammegepackt und auf zum Hochsitz. Gegen 18 Uhr baumte ich auf einem Sitz am Wildacker mit Mais auf. Eine Schneise ist hineingehäckselt, der Mond steht hoch und das Licht ist mehr als ausreichend. Mitgenommen habe ich meine Steyr Mannlicher im Kaliber 308 Winchester mit dem Geco Teilmantel Geschoß. Eine Sau für die Küche war das Ziel, 40 bis 50 Kilogramm schwer. Nach der ersten Stunde zog das Rotwild auf den Wildacker. Mehrere Tiere und Kälber ästen seelenruhig. Ein paar Rehe machten sich auch bemerkbar. Von den Sauen keine Spur. Gegen 22.15 Uhr zog das Rotwild wieder in Richtung Wald.

Plötzlich Bewegung in der Schneise, der Wurf einer Sau war zu sehen. Nur keine falsche Bewegung, dachte ich und schon waren weitere Schweine auf der Schneise. Nach einiger Beobachtung, flüchteten plötzlich alle Wildschweine, bis auf eines, zurück in den Mais. Schnell machte ich mich schussbereit, denn die Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen. Alle Sauen sahen in etwa gleich groß aus, also würde das Stück auf jeden Fall passen. Bis ich mein Gewehr im Anschlag hatte und mein Zielfernrohr einstellte, waren die anderen Schweine wieder auf der Schneise. Die auserwählte Sau wechselte auf die andere Seite des Feldes, drehte dann um und blieb komplett breit Mitten auf der Schneise  stehen. Meine Chance. Ich visierte das Blatt an, stach ein und drückte den Abzug.

Der Mündungsblitz blendete mich und ich hörte nur die Sauen durch den Mais flüchten. Zwei Stück konnte ich auf dem Feld noch ausmachen, bevor sie im Wald verschwanden. Ich war gut abgekommen und mir sicher, die Sau nur mehr bergen zu müssen. Also stieg ich vom Hochsitz und suchte nach dem Anschuss. Als ich in etwa auf der Höhe war, die ersten Zweifel, kein Schweiß. Nachdem ich meinen Jagdkollegen informierte, wollte ich meinen Hund holen, der diesen Abend  zu Hause blieb. Doch der Kollege kam und wir suchten das Feld gemeinsam ab. Kein Schweiß. Ich dachte schon ich habe gefehlt, oder das Gewehr hatte eine Fehlfunktion. Wir wollten gerade für den Abend abbrechen, nach einer Stunde ohne einen Tropfen Schweiß und den Hund in der Früh zur Suche mitnehmen. Da fand mein Jagdkollege, das beschossene Stück. Verendet nur 20 Meter neben der Schneise. Es lag kein 40 Kilo Überläufer für die Küche sondern ein Keiler. Deshalb gab es auch keinen Ausschuss. Der Blattschuss streckte das Schwein nach kurzer Flucht. Das Teilmantel richtete tödlichen Schaden an, doch es gab keinerlei Schweiß.

Wir bargen den Keiler, der aufgebrochen 75 Kilo auf die Waage brachte und mit Sicherheit fünf bis sechs Jahre alt war. Der abgerauschte Keiler stand noch bei der Rotte. Die Waffen haben 17 Zentimeter, es ist mein stärkster erlegter Keiler bisher.

Die Keilerwaffen werden einen Ehrenplatz bekommen. Einen solchen Keiler zu erlegen, ist schon etwas Besonders, überhaupt im eigenen Revier.

Waidmannsheil

Reviereinrichtungen richtig pflegen

Ob gerade ein neues Revier gepachtet worden ist oder das vorhandene Revier weiterbewirtschaftet werden soll – in beiden Fällen kommen jedes Jahr die selben Aufgaben der Pflege von Reviereinrichtungen auf den Pächter oder Eigenjagdbesitzer zu. Vor allem in den Revieren wo viel von Kanzeln, Hochsitzen, Drückjagdböcken oder Leitern gejagt wird. Die Revierarbeit beinhaltet nicht nur die Neuanlage und Pflege der Wildäcker, sondern auch das Kontrollieren, Reparieren, Abriss und Neubau von entsprechenden Reviereinrichtungen. Um überhaupt entsprechende Arbeiten an den Einrichtungen durchführen zu können, braucht es viel unterschiedliches Werkzeug, ausgebildetes Personal (Motorsägenführerschein), Maschinen und Material. In der Regel sind in Revieren schon Ansitzeinrichtungen vorhanden. Diese müssen mindestens einmal im Jahr einer Standfestigkeitsprüfung unterzogen werden. Es lohnt sich bei der Kontrolle Anfang April gleich vor Ort Notizen in die Hochsitzkarte einzutragen, ob ein Hochsitz repariert, abgerissen und/oder neu gebaut werden soll.

hochsitz

Natürliches Waldwachstum als Herausforderung für Jäger

Da der Wald ständig wächst, sind einige Sitze, die vor zwei Jahren für die Jagd hervorragend waren, so stark zugewachsen, dass sich ein freischneiden nicht mehr lohnt. Diese Sitze können umgestellt werden, bei uns im Revier erledigen wir das meist mit einem Teleskoplader, so fern der Hochsitz noch stabil genug ist.

Das Ziel sollte dabei immer sein, dass Anfang Mai alle Hochsitze einsatzbereit sind. In Waldrevieren kommt es oft vor, dass gerade Drückjagdböcke und nicht so hohe Hochsitze im Mai ausreichend Sicht bieten und sich im Juli/August aufgrund des Wuchses und des Laubes nicht mehr für einen Ansitz eignen. Die Revierarbeit an den Hochsitzen ist eben nicht mit einem Arbeitseinsatz erledigt, es gibt das ganze Jahr über etwas zu tun. Für eingesessene Landwirtschafts- und Forstbetriebe ist das kein Problem, da Arbeitskraft, Maschinen und auch Werkzeug vorhanden sind. Für Pächter, die keine Strukturen haben, bedeutet dies einen erheblichen Aufwand. Es bedarf dann einer ordentlichen Vorausplanung. Als hilfreich bei Jagdrevieren ab 20 Hochsitzen erweisen sich die Notizen auf einer Hochsitzkarte, um daraus zu erarbeiten, welche Hochsitze viel Zeit brauchen und welche schon abgenommen worden sind.

Checkliste für Hochsitze

Die Ansprache des Hochsitzes geschieht vom Boden aus. Hier wird der Hochsitz von unten nach oben angeschaut und genau kontrolliert.

– Sind Platten unter den Hauptholmen vorhanden?
– Ist die Verbindung zwischen Erdanker und Hochsitz intakt?
– Ist der Erdanker durchgefault?
– Wie sind die Verstrebungen des Unterbaus?
– Ist die Leiter stabil angebracht oder kann sie umfallen?
– Sind die Leitersprossen sicher und die Trittflächen der Sprossen gegen Abrutschen gesichert?
– Sind mittlerweile morsche Hölzer in der Konstruktion?
– Ist der Hochsitz in sich stabil und gut abgestrebt gegen Wind?
– Wie ist der Zustand vom Fußboden, das Geländer, das Dach, die Auflage und die Brüstung?

Viele Fragen, die viel Arbeit bedeuten können. „Die Leiter geht noch ein Jahr“ ist mit Sicherheit die falsche Antwort. Hochsitze müssen freigeschnitten und Pirschwege angelegt werden. Das Freischneiden ist im Idealfall von zwei Personen durchzuführen. Einer, der schneidet und ein weiterer, der vom Hochsitz aus Anweisungen gibt, welche Bäume, Sträucher oder auch Äste abgeschnitten werden müssen, um ein einigermaßen gutes Schussfeld zu bekommen. Lieber etwas mehr wegnehmen, als bald wieder mit der Säge ausrücken zu müssen. Für die Gestaltung und die Pflege der Pirschwege eignen sich Laubbläser hervorragend. Wer die nicht hat, braucht Rechen, was aber mitunter sehr lange dauert.

Fazit

Für die Jagdherren ist die jährliche Kontrolle eine Pflicht. Mit einer guten Truppe kann der Jagdherr, je nachdem wie viele Hochsitze das Revier hat, über Wochenendeinsätze mit seinen Begehungsscheininhabern schon sehr viel abarbeiten. Wer keine Jagdhelfer und auch keine Maschinen hat, findet im Internet recht schnelle passende regionale Anbieter für Revierarbeiten. Dort können auch Hochsitze und viele weitere jagdliche Dienstleistungen rund um das Thema Revierarbeit abgefragt werden.

Test Bushnell 8×42 mm Legend E Fernglas

Auf der Suche nach einem preiswerten Zweitfernglas bin ich nach längerer Recherche auf den amerikanischen Hersteller Bushnell gestoßen. Die Legend Serie gibt es in 8×42 und 10×42 Vergrößerung, sie wird noch unterschieden in E, L und M Modelle. Die gesamte Legend Linie ist wetterfest, hat ein Magnesiumgehäuse und mehrfach beschichtete Optik. Hier schreibe ich, über meine Erfahrungen, die ich nach einiger Zeit mit dem Bushnell Legend im Revier gesammelt habe.

Im Test habe ich das Bushnell 8×42 Legend E, das Fernglas ist das Einsteigermodell der Legend Serie.  Im Lieferumfang befand sich ein Gurt, eine Tasche sowie Schutzklappen für die Linsen. Bei einem Gewicht von etwas mehr als 600 Gramm ist das Bushnell Legend E 8×42 mm angenehm zu tragen.

Es ist ein kompaktes Fernglas, zu einem moderaten Preis, ich habe es hier bestellt, um 349 Euro. Der Preis entspricht auf jeden Fall nicht der Qualität, die vom amerikanischen Hersteller geboten wird. Die Verarbeitung und das rutschfeste Gehäuse haben mich überrascht, überhaupt fühlt sich das Bushnell Fernglas hochwertig an. Durch die kleine Abmessung des Feldstechers ist er perfekt, um ihn immer im Auto dabei zu haben. Auch am Ansitz hat er mich nicht enttäuscht. Bis in die Dämmerung konnte ich Wild gut ansprechen, doch die Stärken spielt das Bushnell Fernglas auf jeden Fall bei der Pirsch am Tag oder in der Früh aus.

Die Farbtreue und die Detailschärfe sind gut, auch das Sehfeld ist ausreichend. Das Einstellrad sowie die Okularverstellung funktioneren einwandfrei und sind auch mit Handschuhen leicht zu bedienen. Am Ansitz konnte ich beim Abglasen von Feldern und Wald schnell scharf stellen. Auch bei Herbstwetter haben sich die Linsen nicht beschlagen, als Brillenträger kann ich das Bushnell Legend nur empfehlen.

Die anderen Gläser der Legend Serie bieten für etwas mehr Geld noch einige weitere Features. In der Ausführung L, gibt es noch hochwertigeres Glas sowie einen Okular-Dioptrienausgleich mit Verriegelung.  Bei der M-Serie haben die Amerikaner noch eine dielektrische Beschichtung, um eine hohe Farbwiedergabefähigkeit sowie eine 92 %-ige Lichtübertragung zu gewährleisten eingebaut. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Alle Versionen werden zum Beispiel bei Frankonia im Onlineshop angeboten.

Fazit
Wer ein leichtes, günstiges Fernglas sucht, ist mit dem Bushnell Legend 8x42mm E sicher gut beraten. Auf der Pirsch am Tag, lässt es nahezu keine Wünsche offen, es ist robust und es funktioniert. Bis jetzt konnte ich keine Schwächen an dem Fernglas ausmachen. Es ist natürlich von der Bildschärfe und Dämmerungsleistung mit meinem Swarovski Habicht SL 8×56  nicht zu vergleichen, als Zweitglas für die Pirsch, fürs Auto und beim Wandern aber sicher eine gute Alternative.

Daten

Austrittspupille 5,3 mm
Dämmerungszahl 18,3
Sehfeld auf 100m k.A.
Sehfeld auf 1000m 142 m
Abmessungen
Höhe/Breite 150×125 mm
Gewicht 635 Gramm

Test 6x42mm Zielfernrohre Zeiss, Kahles, Swarovski und Co

Es sind die Klassiker unter den Zielfernrohren, zig tausende Jäger haben damit ihr Wild erlegt. Die 6x42mm Gläser wurden bei Tag und Nacht eingesetzt  auf Gams, Reh, Wildschwein und Co. Im Vergleich zu den 8x56mm Gläsern, können die kleineren Zielfernrohre von der Helligkeit her meist mithalten, natürlich bei weniger Vergrößerung. Vergleicht man die „Alten“ heute noch mit  billigen variablen Gläsern, kann ein 6x42mm von einem der großen Hersteller, Swarovski, Kahles oder Zeiss, heute noch glänzen, auch in der Dämmerung.

Lohnt es sich aber heute noch ein 6x42mm Zielfernrohr auf seine Büchse zu montieren?

Ich habe im Moment zwei 6x42mm Zielfernrohre im Einsatz, eines von Kahles und eines von Zeiss und ich muss sagen, sie haben mich noch nicht enttäuscht. Das Kahles Helia S 6x42mm Glas ist auf meiner Brünner Bockbüchsflinte montiert und auch im letzten Licht lassen sich Füchse sicher zur Strecke bringen. Das 6x42mm Kahles leistete ausgesprochen gute Arbeit, die sechsfache Vergrößerung reicht in den meisten Fällen aus. Auf gemessene 150 Meter konnte ich mit der Bockbüchsflinte einen Fuchs erlegen, eine Entfernung die für mich persönlich noch gerade in Ordnung ist, viel weiter würde ich auf einen ein so kleines Ziel nicht mehr schießen.

Mein zweites 6x42mm Diatal ZA von Zeiss habe ich auf meinen Henry Unterhebelrepetierer montieren lassen.  Der Westernfaktor der Henry hat sich zwar ein wenig verändert, dafür hat sich die Zielgenauigkeit erhöht. Die beschossenen Tauben liegen jetzt meist im Knall, demnächst werde ich das Gewehr auch auf den Niederwildansitz mitnehmen. Das Zeiss 6x42mm Diatal ZA ist auf jeden Fall präzise und für diesen Einsatz perfekt. Das Gewicht überzeugt und die sechsfache Vergrößerung für Schüsse auf maximal 50 Meter mehr als ausreichend.

Fazit
Die 6fachen 42mm Zielfernrohre gehören nicht zum alten Eisen. Natürlich ist ein modernes 3-12x56mm Zielfernrohr wie mein Kahles CBX oder Steiner Ranger universeller einsetzbar, aber auch die alten Klassiker sind durchaus für die Jagd geeignet, ob als günstige Alternative oder wegen dem Charme der alten Tage. Jedenfalls sollte man die alten Gläser nicht wegwerfen, wer weiß wann man sie wieder einsetzen kann.
Waidmannsheil!