Ab wann wieder Füchse bejagen?

Im Mai und Juni sind die Rotröcke fast bei jedem Ansitz im Anblick. Schießen oder Schonen ist die Frage. Das Geheck muss doch noch teilweise versorgt werden. Ansprechen ob Rüde oder Fähe ist schwierig, deshalb lasse ich es meist bleiben und den Fuchs weiter schnüren. Für die Aufzucht der Welpen sind beide Alttiere wichtig, auch wenn es einer allein auch schaffen würde.

Ab Ende Juni wenn die Jungfüchse den Bau verlassen und selbst auf Nahrungssuche gehen, ist es mit der Schonung schon wieder vorbei. An den Bau setzen und das Geheck bejagen, ist nicht meine Sache, andere mögen es als Hegemaßnahme verstehen, für mich ist die Fuchsjagd aber im Sommer und Winter ausreichend. Greift man hier ein, gibt es  weniger Gehecke im Revier und das Niederwild kann einem etwas entspannteren Frühjahr entgegenblicken.

Waidmannsheil, bei der Fuchsjagd!

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Erfolgreiche Jagd auf den Maibock

Der Mai ist schon fast vorbei, nach zahlreichen Ansitzen an verschiedenen Stellen im Revier, ging es auf eine Kanzel am Waldrand. Da auf den Feldern die Deckung fehlte, machte ich mir nicht zu viel Hoffnung etwas in Anblick zu bekommen.  Da ich aber schon seit Monaten die Wildkamera in diesem Revierteil habe, hatte ich dort einige passende Böcke bestätigt. Am ersten Tag baumte ich auf, nach etwa zehn Minuten zog 20 Meter neben mir ein Bock zum Waldrand. IMG_4515

Der Wind ging allerdings in seine Richtung und wäre er raus gezogen, hätte er mich sicher in den Wind bekommen.

Ich fotografierte ihn noch ein paar Mal. Der Bock hatte hohe, dünne Stangen, auf einer Seite nur einen minimalen Vorderspross, die Rosen zeigten allerdings schon nach unten. Ich war unsicher, der Bock zog in den Wald, um die Kanzel zu umschlagen und auf der anderen Seite wieder auf den Grünstreifen in Richtung Sojafeld auszutreten. Schließlich kam ein zweiter Bock und eine Schmalgeiss auf die Bühne und alle drei Rehe standen auf 20 Meter vor meiner Kanzel auf einem Sojafeld und ästen. Der zweite Bock war ein Gabler mit starken Stangen, aber maximal Lauscherhoch, ich hätte ihn als drei Jahre alten Bock angesprochen, den anderen auf etwa vier bis fünf Jahre. Nach mehreren Minuten entschloss ich mich für die Schmalgeiss und richtete meinen Steyr Mannlicher Repetierer ein. Auf einmal kam Bewegung in die Rehe, der Wind frischte stark auf und schon waren sie im Wald verschwunden. Keine Schmalgeiss diesen Abend. Bis es dunkel wurde, trat nichts mehr aus.

Neuer Tag, neue Chance
Am nächsten Abend baumte ich wieder gegen 19 Uhr auf die Kanzel auf. Eine Stunde passierte nichts, einzig ein Hase äste gemütlich in der Wiese. Um 20.10 Uhr hörte ich hinter mir etwas. Wieder der bekannte Bock, etwa 20 Meter entfernt von der Kanzel, trat er aus. Dieses Mal passte der Wind. Er hatte die Schmalgeiss an seiner Seite und vertraut zogen die beiden Rehe in Richtung Sojafeld. Eigentlich hatte ich mich schon entschlossen, den Bock zu erlegen. Nach etwa zehn Minuten wurde der Bock unruhig, plötzlich stürmte ein weiterer Bock aufs Sojafeld und vertrieb den Auserwählten. Er hatte einen starken Körper, hohe Stangen, ausgeprägte Rosen und kurze Enden. Das Haupt trug er tief und er machte dem anderen Bock klar, wer hier der Chef ist.

Ich überlegte nicht lange, der passt auf jeden Fall, ein perfekter Abschussbock, der sicher kein Jüngling mehr ist. Also richtete ich meine Steyr Mannlicher und brachte das Fadenkreuz meines Kahles CBX aufs Blatt des Bockes. Einige Schritte wartete ich noch ab, bis er breit stand. Dann drückte ich den Abzug, der Bock spannte ein und flüchtete in den Wald. Die Staubwolke am Anschuss war noch deutlich zu sehen, als der Bock im Gehölz verschwand.

Eigentlich war ich gut abgekommen, schnell holte ich meinen Hund und machte mich auf die Suche nach dem Anschuss. Leider konnte ich nichts finden. Dann ging ich zum Waldrand ungefähr zu der Stelle wo der Bock hineinwechselte, dort sah ich einen einzelnen Tropfen Schweiss auf einem Eichenblatt, also den Hund angesetzt und schon ging es zügig los. Nach etwa 40 Metern im Wald, lag der Bock da. Trotz des guten Treffers, kurz hinters Blatt mit der 308 Winchester Geco Teilmantel, ging der Bock noch ca. 100 Meter vom Anschuss. Ein guter Abschussbock, das Gebiss war schon ziemlich abgeschliffen, ich schätze ihn auf mindestens sechs Jahre. Ein Abschuss mit dem ich mehr als zufrieden bin – der perfekte Maibock für mich. Anhand der Stangen, konnte ich mich an ein Bild auf der Wildkamera erinnern, er hatte schon Anfang April fertig verfegt und damals dachte ich schon der wird passen.

Der Hund wurde gelobt, der Bock bekam den letzten Bissen und dann ging es zum Aufbrechen. Auf dem Weg zur Wildkammer ging es noch zu einer Nachsuche mit dem Hund für einen Jagdkollegen. Ein Wildschwein flüchtete trotz gutem Treffer noch ca. 100 Meter in eine Dickung. Aber Ronja meisterte auch das mit Bravour und nach kurzer Zeit standen wir vor dem Keiler.

So ging ein erfolgreicher Jagdtag zu Ende, der nächste Mai kommt bestimmt und die Böcke sind ja noch bis Oktober offen. Allen Bockjägern guten Anblick und

Waidmannsheil!

Rehböcke richtig ansprechen – Wie alt ist der Bock?

Rehwild ist in unseren Breiten allgegenwärtig. Das Ansprechen wird zwar in der Jagdausbildung vermittelt, sitzt man dann am Hochsitz – schaut die Sache ganz anders aus. Starker zweijähriger Bock, oder doch ein alter Durchschummler, der wieder zurückgesetzt hat? Wie alt ist der Bock, wie stark ist er. Fragt man drei Jäger wird es fast immer vier Meinungen geben. Richtig ansprechen ließe sich erst am erlegten Stück, ist da eine alte Weisheit, aber trotzdem schreibe ich hier meine Erfahrungen im Ansprechen von Rehböcken, die keinesfalls vollständig sind, sondern rein subjektiv, ich maße mir nicht an,  jeden Bock genau auf seinen Geburtstag zu schätzen.

Die wichtigsten Merkmale für die Ansprache sind:
der Körperbau
das Verhalten
das „Gesicht“
das Gehörn
und vor allem der Gesamteindruck aus allen Merkmalen!

 

Jährlinge richtig ansprechen 
Die Jugendklasse ist sicher am leichtesten anzusprechen. Die jungen Böcke verfärben als erste und brauchen am längsten bis sie ihr Gehörn verfegen. Klares Indiz sind die Knöpfler, jene Böcke die nur den Ansatz eines Gehörns entwickelt haben, oder kleine Spieße geschoben haben. Auch das Verhalten ist sehr jugendlich unsicher und oft auch sehr unbedarft. Der Träger ist dünn und sie sind oft auch vom Gewicht her eher schwach.  Am erlegten Stück erkennt man auch am Jugendgebiss, dass es sich um Jährlinge handelt, wenn der dritte Prämolar dreiteilig ist.

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Mittelalte Böcke richtig ansprechen
Die mittelalten Böcke ab drei Jahre bis fünf Jahre sind. Hier ist wirklich alles möglich. Der Klassiker für einen dreijährigen Bock, der Muffelfleck, ist für mich kein klares Indiz für einen mittelalten Bock. Ich verlasse mich ausschließlich auf das Verhalten der Böcke. Hier muss jeder seinen eigenen Weg finden, auf den Bildern sind meiner Meinung nach mittelalte Böcke. Vom Körperbau ist der Träger noch dünn und wir hoch gehalten, das Verhalten ist von übermütig bis etwas unsicher. Die Rosenstöcke sind noch hoch über dem Haupt und die Masse des Gehörns eher bei den Augsprossen, als oben.

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Alte Böcke richtig ansprechen
Jeder Jäger ist auf der Suche nach einem alten, starken Bock. Einfach ist, die Suche nicht, werden die starken Böcke doch meist schon im mittleren Alter erlegt. Doch wie kann man einen alten Bock ansprechen. Das Gehörn kann schon zurückgesetzt sein, Enden werden nur angedeutet. Das Haupt wird meist tief getragen, der Träger ist stark und das Haupt wirkt knochig, fast schon wieder jugendlich. Meinen sicher ältesten Bock habe ich von weitem als guten Bock angesprochen. Er kam mit tiefem Haupt, ziemlich spät aufs Feld, alle anderen männlichen Stücke ergriffen die Flucht. Als ich ihn am Anschuss vorfand, dachte ich, der ist maximal zwei Jahre alt. Schwaches Gehörn, schwach im Wildbret, alles deutete darauf hin. Doch das Gebiss belehrte mich eines besseren, einige Zähne fehlten schon, die verbliebenen waren stark abgeschliffen. Der Bock war anscheinend ein Durchschummler, ein ewiger Zweijähriger, der nicht erlegt wurde. Also sicher gehen kann man nie.

 

Fazit
Jeder Jäger muss selbst seinen Weg finden, den passenden Bock zu erlegen und vorher richtig anzusprechen. Wichtig ist, dass man selbst eine Freude mit dem erlegten Bock hat, dann kann man keine Fehler machen.

Waidmannsheil und guten Anblick bei der Bockjagd!

Erstes Waidmannsheil im neuen Jagdjahr

Die Bockjagd auf Jährlinge und Schmalgeissen ging bei uns am 16. April auf. Nach einigen erfolglosen Ansitzen, ging es am 30. April kurz vor 5 Uhr früh ins Revier. Aufgebaumt und eingerichtet, war es noch einige Minuten ruhig. Dann kam das erste Rehwild in Anblick, die Vögel starteten ihr Konzert und nach einer Weile wechselten zwei junge Böcke über die Wiese vor mir. Ein guter Jahrling, mit lauscherhohen Gehörn noch im Bast und ein schwacher Sechserbock, vielleicht zwei bis drei Jahre alt. Sie lieferten sich ein Rennen und die Zeit verflog. Einige weibliche Stücke kamen hochbeschlagen auf die Bühne und verschwanden wieder im Rapsfeld.

An der Reviergrenze erschien dann ein Bock, sicher vier oder fünf Jahre alt, kein besonderes Gehörn, aber stark im Widlpret. Er äste an einer Staude beim Bach, der auch die Grenze bildet. Eine Geiss kam ebenfalls dort hin und auf der anderen Seite des Bachs äste ein weiteres, schwaches Stück. Mit dem Spektiv konnte ich es als Knöpfler ansprechen. Das Gehörn kaum halb Lauscherhoch, äste er seelenruhig vor sich hin. „Der passt“, dachte ich mir. Also hieß es warten. Doch der Bock legte sich hin  und machte keine Anstalten wieder aufzustehen. Nach etwa einer Stunde und einiger anderer Rehe, die ich in Anblick hatte, wollte ich schon den Hut drauf werfen. Dachte aber, zehn Minuten bleib ich noch. Kurz darauf, der Knöpfler steht auf. Er verschwand im Bachbett und ich wusste, jetzt kommt er in unser Revier. Nach einigen Minuten stand er da, in 166 Meter Entfernung, wie ich mit meinem Entfernungsmesser feststellte.

Ich richtete mich mit meinem Steyr Mannlicher Stutzen ein und brachte das Absehen meines Kahles CBX auf das Blatt des Jahrlingbocks. Das erste Stück Rehwild im Jahr 2017 machte mich schon ein bisschen nervös. Ich atmete durch und drückte den Abzug. Der Bock fiel im Feuer um.  Das Warten hat sich ausgezahlt. Am Anschuss lag er dann, mein erster Knöpfler im heurigen Jagdjahr. Der Schuss saß nicht perfekt und war fast beim Träger. Doch der Bock musste nicht leiden und auch das Wildpret wurde nicht zerstört. Die Geco Teilmantel in 308 Winchester hat ganze Arbeit geleistet. IMG_4313

Nach dem aufbrechen und bergen des Bocks, gab es zum Frühstück die Rehleber mit Apfel und Zwiebel. Das Wildpret wird ebenfalls in nächster Zeit verkocht. Ein erfolgreicher Ansitz im April, ich hoffe, es folgen noch viele in diesem Jagdjahr.

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Rehleber mit Apfelstücken und Zwiebeln

Waidmannsheil!

Test: VICTORINOX Hunter XT

Das Schweizer Taschenmesser ist wohl jedem ein Begriff. Von Kindesbeinen an, konnte man mit dem Alleskönner aus der Schweiz – einen Stock schnitzen, das Jausenbrot teilen oder einen Apfel abschälen. Der Säge fielen des öfteren auch dicke Haselnussstauden zum Opfer und ab und zu schnitt man sich auch in den Finger. Für die Jagd taugen die Kindermesser freilich nichts. Doch das Vicotrinos Hunter XT ist da ein anderes Kaliber.

Das Design ist klassisch, die Klinge scharf und die Gimmicks sind speziell für den jagdlichen Einsatz abgestimmt. Bei 111mm Gesamtlänge und 150 Gramm Gewicht passt es leicht in die Hosen- oder Jackentasche. Vier Funktionen sind in dem Taschenmesser vereint.

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Die Klinge kann durch die ovale Ausbuchtung leicht mit einer Hand geöffnet werden. Ist das Messer arretiert, kann auch schon gearbeitet werden. Die Klinge bestehet aus 1.4110/56 Stahl bei einer Härte von 57 HRC und ist ca. 8,5 Zentimeter lang. Schon bei der Lieferung war das Messer sehr scharf und es lässt sich auch leicht nachschärfen.

Funktionen
Die Aufbruchklinge hat einen Wellenschliff und ist vorne abgestumpft. Auch diese Klinge wird beim Aufklappen arretiert. In der Mitte ist noch eine etwa acht Zentimeter lange Säge, für Holz oder Knochen untergebracht. Zusätzlich gibt es noch einen Korkenzieher, also alles was das Jägerherz begehrt. Eine extra Knochensäge erspart man sich beim Aufbrechen mit dem Hunter XT zumindest bei kleinerem Wild. Bei einem  150 Kilo Keiler kann die kleine Säge schon mühsam sein. Aber für den Jagdalltag, mit einigen Frischlingen und Rehen ist die Säge ausreichend.IMG_4205

Der Griff besteht aus einer orangen Zweikomponentenschale. Das Messer liegt sehr gut in der Hand und es lässt sich auch gut damit arbeiten. Die Signalfarbe ist vor allem im Revier nützlich, wo ein dunkles Messer schnell in der Wiese verloren geht, findet man das Victorinox Hunter XT schnell wieder. Wie bei Klappmessern üblich, ist die Reinigung doch aufwendiger, als bei feststehenden Klingen. Doch mit einem starken Wasserstrahl, ist das Messer auch nach dem Aufbrechen wieder einsatzfähig.IMG_4199

Fazit
Bei einem Preis von knapp 50 Euro, ist es kein Schnäppchen, aber auf jeden Fall qualitativ hochwertig und für den Jagdgebrauch ist man gut gerüstet. Wer ein Allround Messer für die Hosentasche sucht und gleich mehrere Funktionen immer dabei haben will, ist mit dem Victorinox Hunter XT gut bedient. Auch das Preis Leistungsverhältnis ist meiner Meinung nach in Ordnung.

Was ist los im Revier bei den Böcken?

Da bei uns die einjährigen Stücke bereits seit 16. April frei sind, war ich auch schon im Revier unterwegs. Leider war kein passender Knöpfler dabei, trotzdem war es schön wieder einmal die Zeit für einen Ansitz zu finden. Die Rehböcke sind damit beschäftigt ihren Einstand zu finden und es gibt den einen oder anderen Kampf. Die weiblichen Stücke sind zum Teil hoch beschlagen, einige Schmalgeissen und Jährlinge, die zu gut waren, um sie zu erlegen, konnte ich ebenfalls schon ausmachen.

Meine Wildkamera habe ich bei einer Salzlecke aufgehängt und nach einigen Wochen, glaube ich einen ganz guten Überblick über das Rehwild in diesem Gebiet zu haben. Doch wie es wirklich ausschaut, wird sich erst durch die Ansitze dort abzeichnen. Die Vorfreude auf den 1. Mai ist groß. Vielleicht kann ich schon vorher den einen oder anderen Knöpfler oder eine Schmalgeiß erlegen

 

Hier einige Impressionen von der Wildkamera, um die Zeit bis zur Bockjagd zu verkürzen.

 

Allen Waidmannsheil zur Bockjagd!

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Impressionen von den „Wilden Schweinen“

Ein paar Bilder von einem Wildschweingatter, es wuselt bei den Schweinen. Die Frischlinge haben den Kessel schon verlassen und laufen mit den Sauen mit. Das Schwarzwild am helllichten Tag aus der Nähe zu beobachten ist wirklich interessant. In dem Gatter werden keine Jagden abgehalten. Es werden gezielt Stücke entnommen, damit der Bestand nicht zu hoch wird.

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