Serie Waffen aus Österreich: Steyr Mannlicher

Österreich ist ein beschauliches Land. Hohe Berge, die Donau und die Jagd gehören einfach dazu. Vielleicht ist es deshalb so, dass  in der Alpenrepublik so viele ausgezeichnete Hersteller für Jagdwaffen ihren Sitz haben. Hier gebe ich einen kleinen Einblick in das Angebot von rot-weiß-roten Jagd- und Sportgewehren. Teil eins ist die Firma Steyr Mannlicher:

Steyr Mannlicher
Steyr Mannlicher ist wohl jeden Österreicher ein Begriff. 1864 wurde die „Josef und Franz Werndl & Company, Waffenfabrik und Sägemühle in Oberletten gegründet. 1891 wurden bereits mehr als 500.000 Gewehre pro Jahr produziert. Auch weit über die Grenzen der Alpenrepublik ist die Waffenschmiede bekannt. Vom jagdlichen Repetierer über Kaliber 50. Scharfschützengewehre bis hin zum Steyr AUG Sturmgewehr des Österreichischen Bundesheeres reicht die Palette. Das Mannlicher-Schönauer-Gewehr war ein Verkaufsschlager. Ernest Hemingway hat diese Büchse auf die Jagd begleitet und auch  Theodore Roosevelt soll damit nach seiner US-Präsidentschaft in Afrika auf Safari gegangen sein.

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Steyr Mannlicher präsentierte sich auch auf der IWA 2017 mit ihren Repetieren und Behördenwaffen

 

Da ich selbst eine Steyr Mannlicher seit dem Beginn meines Jägerlebens führe, kann ich bis heute nichts Negatives über diese Büchse schreiben – sie funktioniert. Mein Steyr Stutzen macht was er soll und ist mein ständiger Begleiter im Revier.   Das Steyr SSG 08 konnte ich leider noch nicht selbst abfeuern, aber auf der IWA in Nürnberg näher begutachten.

 

Wer eine solide Gebrauchswaffe sucht, ist mit der Steyr Scout oder dem SM 12 (Handspannung) oder CL II (Rad 2+1 Sicherung) mit SX Kunststoffschäften bestens bedient. Natürlich gibt es auch klassische Holzschäfte oder Ganzschaftvarianten, wie bei meinem Steyr Mannlicher Stutzen. Für Liebhaber von Kombinierten Gewehren hat die Waffenschmiede die Steyr Duett im Angebot, in zahlreichen Varianten. Steyr Mannlicher

Die Firma Steyr Mannlicher ist tief in der österreichischen Jägerschaft verwurzelt und baut Büchsen auf höchstem Niveau. Auch international setzen Sportschützen, Jäger und Behörden auf die Waffenschmiede.

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Streifzug durch die IWA Teil 2 Jagdwaffen

In Sachen Jagdwaffen ließ die Messe in Nürnberg keine Wünsche offen. Vom .700 Elefantendrilling, bis hin zur Low-Budget-Büchse war alles dabei. Es wurden auch einige Neuheiten präsentiert. Hier liste ich meine Favoriten auf, in Sachen Jagdwaffen auf.

Ganz vorne dabei ist die neue Tikka T3x. Die Finnen bieten zig Variationen für jeden Geschmack. Vom taktischen Scharfschützengewehr bis zum Holzschaft Jagdgewehr wird eine Vielzahl an Modellen angeboten. Die Verarbeitung ist sehr hochwertig und vom Preis-Leistungsverhältnis sind die Waffen wirklich eine Klasse für sich. img_3772

Besonders gut gefallen haben mir auch die Ruger Büchsen, wie Gunsite Scout oder die American Rifle in den unterschiedlichsten Ausführungen. Browning stellte einige neue Versionen der X-Bolt Reihe vor. Wie hier die X-Bolt SF Long Range McMillan. Mit Mündungsbremse und mit Camo Kunststoffschaft, der sehr gut in der Hand liegt. Auch hier gibt es viele Modelle und die Browning X-Bolt sind qualitativ und preislich wirklich attraktiv. img_3858

Beim Blaser Stand setzt die Vernunft in Sachen guter, preiswerter Waffen natürlich aus. Die Blaser R8 Professional liegt einfach perfekt in der Hand und ein Haben-Wollen-Effekt ist sofort da. Bis man auf den Preis schaut. Grundsolide Waffen, bei denen wirklich bis ins Detail alles passt. Ebenfalls überzeugt haben mich die Merkel Helix Geradezugrepetierer, die qualitativ der Blaser um nichts nachstehen.

Die österreichischen Hersteller wie Steyr Mannlicher, Rössler Waffen oder Voere waren ebenfalls vertreten und präsentierten ihre Produkte. Rössler hat die Titan 6 in mehreren Versionen ausgestellt, die einen grundsoliden Eindruck machte. Hier noch eine Slideshow mit Fotos von der Messe.

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Günstige Repetierer für die Jagd

Was gut schießt, muss nicht immer teuer sein. Hier gebe ich einen kleinen Überblick über günstige Repetierer am Markt. Richtige Schnäppchen macht man mit einigen US-Herstellern, die ob der hohen Stückzahlen und der maschinellen Verarbeitung für die Jagd mehr als brauchbare Waffen bauen.

Hier ein paar günstige Repetierer, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Ruger American Rifle

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Hier eine Ruger American Rifle Magnum mit Stainless Lauf, die es in 7mm Rem. Mag, 300 Win. Mag und 338 Win. Mag angeboten wird.

Die Ruger American Rifle ist, wie der Name schon sagt, der Inbegriff des amerikanischen Gewehrs. Die American Rifle ist gut verarbeitet, kann in allen gängigen Kalibern geordert werden und kostet etwas mehr als 600 Euro zum Beispiel in 30/06 Springfield in Österreich, in Deutschland liegt der Einstiegspreis bei 499 Euro. Es sind alle anderen gängigen Kaliber im Angebot, ebenso wie Kunststoff- und Holzschäfte sowie Läufe in Stainlessausführung.

Ruger hat einen Dreiwarzenverschluss  entwickelt, der günstig produziert werden kann. Das System und Lauf sind im Einstiegsmodell in einem Kunststoffschaft gebettet. In Sachen Schussleistung ist die Ruger sehr präzise. Der Abzug ist für den Preis in Ordnung.  Die Handhabung ist unkompliziert, die Sicherung befindet sich auf dem Kolbenhals. Im Lieferumfang ist eine Weaver-Montageschiene dabei. Das Trommelmagazin fasst vier Patronen.

remington783

Remington 783

Remingtons Antwort auf die Nachfrage nach einem günstigen Einstiegsrepetierer ist die 783. Es ist nicht nur eine abgespeckte Version der Remington 700, die es in zahlreichen Variationen und Preisklassen gibt. Die Remington 783 ist neu entwickelt worden. Doch genau wie bei anderen Waffen von Remington ist ein freischwingender Lauf aus Carbonstahl eingebaut. Das herausnehmbare Stahlmagazin fasst in den Standardkalibern vier, in Magnumkalibern nur drei Patronen.

Der Crossfire Abzug der Remington lässt sich  von etwas mehr als einem Kilo bis 2,5 Kilogramm einstellen. Er hat einen Züngel im Züngel, vergleichbar wie bei Glock Pistolen, um einen Schuss abzugeben, müssen beide gedrückt werden, damit sich ein Schuss löst. Die Waffe hat eine seitliche Schiebe-Sicherung.  Der Preis beginnt bei etwa 649 Euro.

 

img_4933Weiter in diese Kategorie fallen die Marlin X7 oder die Savage Axis. Die deutschen Premiumhersteller haben mit der Sauer 100, ab 1190 Euro oder der Mauser M12 ebenfalls relativ günstige Repetierer im Sortiment. Ob einen der Markennahme den Mehrpreis zu einer Ruger American Rifle den Aufpreis Wert ist, muss jeder für sich selber entscheiden.

Test 243. Winchester RWS Kegelspitz

Test RWS KS in 243. Winchester

RWS KS in 243. Winchester

Die Bockjagd geht seit 1. Mai und im heurigen Jahr habe ich mir vor allem die Mauser 66 im Kaliber 243. Winchester mit auf den Hochsitz genommen. Bisher habe ich einen Bock und ein Schmalgeiss erlegen können. Einige Böcke habe ich in den vergangenen Jahren bereits mit der 243. Win. zur Strecke gebracht, ebenso wie einige Füchse.

Im Moment verwende ich das Kegelspitz (KS) Geschoss von RWS. Zum Kaliber 243. Winchester muss man nicht viel sagen, es ist ein beliebtes Rehwildkaliber und reicht auch noch wenn ein Überläufer oder ein Schmaltier vorbei kommt, wie mir viele Jagdkollegen bestätigt haben. Auch auf Gamswild tut die Weitschusspatrone gute Dienste. Mit 2100 Joule bei 100 Meter ist die Patrone für Hochwild zugelassen, zumindest in Österreich, in Deutschland ist sie mit ihren  6mm Geschossdurchmesser nur für Rehwild je nach Bundesland erlaubt. Das Geschoß hat 6,2 Gramm und soll beim Aufprall kontrolliert aufpilzen. Die GEE liegt bei 187 Meter, das Geschoß fällt bei 250 Meter 11,2 Zentimeter. Genaue Daten gibt es auf der Herstellerseite.

Meine Erfahrungen mit der 243. Winchester 
Zur RWS KS in 243. Win. kann ich nur sagen, die Präzision ist sehr gut, limitierender Faktor bin ziemlich sicher ich als Schütze. Zur Wirkung kann ich nur sagen, dass bis jetzt alles Rehwild, bei guten Treffern hinter dem Blatt noch eine etwa 40 bis 60 Meter weite Todflucht hatte. Bei einem zu hohen Treffer, lag der Bock an Ort und Stelle im Wundbett und war noch nicht verendet, was an dem schlechten Schuss lag. Bei den beschossenen Füchsen gab es auch bei guten Treffern Fluchten, hier war die Entfernung zum Ziel allerdings immer sehr gering. Schweiß und Ausschuss waren so gut wie immer vorhanden. Das Wildbret beim Rehwild war durchaus verwertbar, an den Rippen gab es Hämatome, aber die Rippen verwerte ich meist nicht mit. Die beliebte Rehwildpatrone ist in unseren Revieren sicher ausreichend, wenn nicht gerade der 150 Kilogramm Keiler vorbei spaziert.

IMG_4113Ich werde das RWS Kegelspitz Geschoß demnächst allerdings gegen ein Verbundgeschoß austauschen, auch wenn die Fluchten nicht sehr weit waren, ist es mir lieber, der Bock oder das Kitz sind an den Platz gebannt und es gibt keine Nachsuche.

Schmalgeiss
Eine meiner letzten Erfahrung mit der 243. Winchester RWS KS im heurigen Frühjahr. Diese Schmalgeiss, habe ich auf etwa 90 Meter mit der 243. Winchester RWS Kegelspitz beschossen. Der Schuss lag etwas hinter dem Blatt, da das Stück ein wenig schräg stand, war der Ausschuss weiter hinten am Wildkörper. Das Reh flüchtete noch etwa 60 bis 70 Meter in den Wald. So hatte mein Hund auch eine kleine Schweissübung. Das Wildbret war durchaus vewertbar, bis auf einige Rippenteile. Grundsätzlich ist das Geschoss von RWS in Ordnung, auf kurze Distanzen ist die 243. Winchester zu rasant und das Kegelspitz bei leichtem Wild etwas zu hart, wie ich finde. Jagdkollegen mit Teilmantel Geschossen haben bessere Erfahrungen. Ich will die 243 Win. auf jeden Fall weiter nutzen, weil der geringe Rückstoß und die gestreckte Flugbahn mir sehr zusagen. Auch die Mauser 66, die ich geerbt habe, tut gute Dienste, demnächst will ich den Abzug überarbeiten lassen. Es soll ein Flintenabzug eingebaut werden, statt dem Deutschen Stecher.

Waidmannsheil!

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Schießkino Springer’s Erben

Mitten im 8. Bezirk in Wien ist das Springer und Erben Geschäft. In der unscheinbaren Josefsgasse 10, geht es mit dem Schießinstruktor in den Keller. Auf 20 Meter kann der Schütze die Leinwand ins Visier nehmen. 5×2 Meter ist die Leinwand des Schießkinos groß. Bis zu vier Personen können gleichzeitig trainieren. Es gibt verschiedene jagdliche Filme, vom Sautreiben über den ziehenden Hirsch oder den anlaufenden Vogelstrauß können Schüsse abgegeben werden.

Ich war mit einer Jagdfreundin dort, um den Schuss auf flüchtendes Wild zu trainieren. Ein Instruktor erklärte uns den richtigen Stand und die besten Haltepunkte für den flüchtigen Schuss. Die Filmsequenzen sind in Szenen aufgeteilt und simulieren ein reales Treiben, mal wechselt eine hochflüchtige Rotte an, oder die Wildschweine kommen immer wieder sichernd langsam auf die Leinwand. Ist die Abfolge der Sequenzen nach ein paar Minuten vorbei, kann man die abgegeben Schüsse einzeln durchgehen. Man sieht die Treffer und auch welche Schüsse daneben gegangen sind. Es sind viele daneben gegangen.

Die meisten Treffer waren zu tief, Grund dafür zu schnelles durchziehen des Abzugs. Nach etwas Trockentraining am Abzug meiner Browning X-Bolt konnten wir beide unser Schussbild deutlich verbessern und die eine oder andere Sau virtuell erlegen. Unser beider Fehler wurde behoben, da wir den Finger auf den Abzug legten, warteten und langsam den Druckpunkt des Flintenabzuges kommen ließen. Ob es bei einer realen Drückjagdsituation auch so funktioniert, werden wir auf jeden Fall testen.

Fazit:

Ein Besuch im Schießkino von Springer’s Erben lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn der Preis nicht gerade billig ist. 50 Minuten schießen mit der Langwaffe kosten 120 Euro, zu zweit ist es nur mehr halb so schlimm. Bevor man sich auf einer Drück- oder Treibjagd auf echtes Wild versucht, sollte man dieses Geld investieren. IMG_3517

Die Kosten (Stand Feber 2016):

Filmsequenzen und sich bewegende Ziele (Langwaffe)
1 Einheit*, 25 Min. effektive Schießzeit          € 70,00
2 Einheiten*, 50 Min. effektive Schießzeit     € 120,00
jede zusätzliche Einheit*                                  € 60,00

Filmsequenzen und sich bewegende Ziele (Faustfeuerwaffe)
1 Einheit*, 25 Min. effektive Schießzeit          € 60,00
2 Einheiten*, 50 Min. effektive Schießzeit     € 99,00
jede zusätzliche Einheit*                                  € 50,00

Steyer Mannlicher

Dauertest Steyr Mannlicher Classic Stutzen

Seit drei Jahren begleitet mich mein Steyr Mannlicher Stutzen auf den Ansitz.  Bisher hat er mich noch nicht enttäuscht. Ich führe ihn im Kaliber 308. Win. und habe vom Kitz bis zum Brunfthirsch damit Erfolg gehabt. Ob Vollschaft oder nicht ist Geschmackssache. Blick vom Hochsitz

Der verlängerte Holzschaft, kann wenn er feucht wird aufquellen, was den Treffpunkt verlagern kann. Bei der Hirschjagd im Vorjahr führte ich den Stutzen aus Mangel an Alternativen einen ganzen Tag lang bei Regen auf der Pirsch und konnte am Ende trotzdem einen Brunfthirsch zur Strecke bringen. Kritisch wird es wenn das Holz rund um den Lauf nicht mehr klappert, wenn der Schaft zu nass geworden ist. Aber nach einigen Tagen im Trockenen und viel Schaftöl, war das Gewehr wieder wie vorher.

Bedienung

MagazinSteyer Mannlicher

MagazinSteyr Mannlicher

Die Bedienung ist intuitiv, das Plastik Magazin fasst vier Patronen und sitzt fest wenn es erst einmal arretiert ist. Repetieren geht leicht von der Hand, auch wenn ein schneller zweiter Schuss nötig ist, kann man den Kammerstängel gut fassen. Die Sicherung ist einfach mit dem Daumen zu bedienen und es gibt drei Stellungen, die auf dem halben Rädchen einstellbar sind. Die Sicherung blockiert die Kammer und die Abzugsstange. Dreht man das Rad auf die zweite Stellung, kann man die Kammer öffnen und im gesicherten Zustand entladen. Drückt man den Kammerstängel noch an, hat das Gewehr eine aktive Schlagbolzensicherung für den Transport. Entsichert man beim Rädchen, springt die Sicherung wieder raus, was nicht besonders leise ist. In der zweiten Sicherungsstellung kann man die Waffe auch einstechen, sichert man dann wieder komplett, ist das Gewehr wieder entstochen, was auch nicht ganz leise passiert.

Sicherung

Sicherung Steyr Mannlicher

Abzug Steyer Mannlicher

Abzug Steyr Mannlicher

Der Abzug ist in Ordnung, zu 90 Prozent schieße ich aber eingestochen, was natürlich eine Geschmacksfrage ist. Die Waffe hat eine Fluchtvisierung und montiert ist ein Kahles CBX 3-12×56 mit Leuchtpunkt. Ein Zielfernrohr mit etwas geringeren Durchmesser würde natürlich eleganter auf dem Stutzen wirken, aber da es meine Allround Ansitzwaffe ist, wollte ich wegen der Optik der Waffe keine Kompromisse eingehen. Denn egal ob Dämmerung oder Sauansitz bei Mond, das Kahles hat mir bisher gute Dienste geleistet.

Die Präzision des Steyr Mannlicher Stutzens  ist hervorragend, bis vor Kurzem schoss ich Kupfergeschosse von meinem Büchsenmacher und bin jetzt auf das Geco Teilmantelgeschoss umgestiegen mit 11g/170gr Geschossgewicht. Bisher habe ich zwei Rehböcke damit erlegt, einer blieb im Feuer liegen, der zweite flüchtete noch etwa 30 Meter und ich bin damit recht zufrieden. Auch die Hämatome halten sich in Grenzen und die Wildpretzerstörung war bei den beiden Schüssen hinters Blatt gering.

Fazit

Bisher habe ich den Kauf meines Steyr Mannlicher Stutzen nicht bereut. Auch die Kaliberwahl in 308 Win. war für mich die Richtige, es ist perfekt für den kurzen Lauf des Gewehrs. Die Kombination mit dem Kahles CBX 3-12 x56 macht den Stutzen zu einer Allroundwaffe, die ich jedem nur empfehlen kann. Verarbeitet ist das Gewehr top und auch der Nussholzschaft macht etwas her. Egal ob zum Ansitz auf Reh oder bei der Pirsch auf Rotwild, bisher hat mich mein Steyr Mannlicher Stutzen noch nicht im Stich gelassen. Bei starkem Regen werde ich in Zukunft zwar auf meine Browning X-Bolt zurück greifen, aber sonst ist die Steyr Waffe nach wie vor meine erste Wahl.

Welches Gewehr als Jungjäger?

Holz oder Plastik; Ganzschaft oder Halbschaft, Pistolengriff oder nicht, bayrische Backe oder gerader Schaft – welche Optik, welches Kaliber? Fragen über Fragen kommen auf einen Jungjäger zu, wenn es darum geht, die erste Büchse auszusuchen. Hat man keine von der Verwandtschaft geerbt, sollte man zum Büchsenmacher gehen und einmal einige Waffen in die Hand nehmen. Die Schussleistungen der meisten erhältlichen Waffen sind ausgezeichnet und meistens ist es die Schuld des Schützen, wenn das Ziel nicht getroffen wird. Trotzdem will ich in diesem Blog-Beitrag einen kleinen Leitfaden geben, wie man das richtige Gewehr für sich aussucht.

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Welches Gewehr soll ich kaufen? Eine kleine Checkliste:

1. Welche Wildarten will ich bejagen?

2. Welche Waffenart soll es sein?

3. Welches Kaliber brauche ich/ will ich?

4. Will ich mir noch andere Waffen zulegen?

5. Was gefällt mir am besten?

 

 

 

 

 

 

1. Was will ich bejagen, sollte die erste Frage beim Waffenkauf sein

Wer vom Rebhun bis zum Hirsch alles mit dem selben Gewehr erlegen will, kann nur zu einer Kombinierten Waffe greifen, Bockbüchsflinte oder Drilling bieten neben der Ladung Schrot auch noch ein  Hochwild taugliches Kaliber. Schnelle Schüsse wie bei einem Repetierer oder Selbstlader sind natürlich nicht möglich. Abgesehen von Niederwild, kann man mit einer mittleren Patrone alles Wild in Europa bejagen. Bin ich des öfteren auf Drückjagden unterwegs, werden Geradezugrepetierer, Unterhebelrepetierer und Selbstlader ebenfalls in den engeren Kreis der Wahl kommen.

2. Welche Waffenart soll es sein?

Kipplaufbüchsen lassen zwar keine allzu schnelle Schussfolge zu, sind aber beim Pirschen leicht und führig, Kombinierte mit Schrotlauf eignen sich herrvorragend für das Feldrevier, falls auch mal ein Hase oder eine Ente erlegt werden will. Zur Not kann auch noch ein Flintenlaufgeschoss eingesetzt werden, wenn am Ansitz auf Rehwild mit kleinem Kaliber eine Sau auftaucht. Beim Bergstutzen gibt es zwei Kugelläufe mit einer großen und einer kleinen Kugel, die nicht nur bei der Gebirgsjagd von Vorteil sein können. Sei es bei der Kombination von 7×57 und 5,6×52 die genauso für Kitz und Gaiß geht, wie für den vorbeischnürenden Fuchs und einen Rehbock.

Bei Repetierern hat man die Qual der Wahl. Gibt es sie doch in hunderten verschiedenen Ausfürhungen. Als erstes muss man sich entscheiden für Holz- oder Plastikschaft. Praktisch ist Plastik alle mal, denn bei der Pflege und im Einsatz ist es hart im nehmen. Holz ist klassisch und für viele Jäger ist der Holzschaft noch immer das Nonplusultra. Horrende Summen können für hohe Holzklassen schon Mal ausgegeben werden. Der Selbstlader ist eine halbautomatische Waffe mit der schnelle Schussfolgen abgegeben werden können. Zur Vollständigkeit könnte man auch noch Unterhebelrepetierer und Geradezugrepetierer erwähnen.

3. Welches Kaliber

Die Kaliberfrage hängt stark mit Frage 1 zusammen, welche Wildarten will ich bejagen. Die Klassiker 7×64, .308 Win., 30/06, 7×57 oder andere Mittelkaliber reichen für jegliches Hochwild in den europäischen Revieren. Jage ich hauptsächlich auf Schwarzwild und den starken ungarischen Brunfthirsch kann auch gerne auf größere Kaliber zurückgegriffen werden. 8×68 und 9,3×62 sind hier eine beliebte Wahl, mit dem richtigen Geschoß hält sich auch der Rückstoß in Grenzen, bzw. ist die Wildbretentwertung bei Rehwild und schwachen Stücken nicht besonders schlimm.

4. Will ich mir noch andere Waffen zulegen?

Das erste Gewehr sollte universell einsetzbar sein, wenn ich mir sowieso eine Flinte kaufen will und den Hasen am Ansitz pardoniere, ist eine Kombinierte sicher nicht die beste Wahl. Mit einem Repetierer im Mittelkaliber macht man in mitteleuropäischen Revieren sicher nichts falsch.

 

5. Was gefällt mir am besten

Ob Plastik- oder Holzschaft ist eine reine Geschmacksfrage, wenn ich unbedingt einen Repetierer haben will, warum nicht und wer ausschließlich mit der Kipplaufbüchse jagen gehen will, ist ebenfalls gut beraten. Schaut man sich einige Gewehre an, wird man sicher fündig, um für sich das beste Jagdgewehr zu kaufen.

 

„Ist die Waffe gefunden, sollte es auf den Schießplatz gehen, damit man sich mit dem neuen Gewehr vertraut macht und auch sicher trifft.“