Viele Ansitze, wenig Erfolg am Mais

Es läuft nicht immer alles rund bei der Jagd. Die vergangenen Nächte musste ich Maisfelder bewachen. Eine ordentliche Rotte hat sich in den Feldern zum All-Inclusive-Urlaub eingefunden. Neben dem Maisbuffet, gibt es auch noch genügend Weizen am abgeernteten Acker für die Borstentiere. Hier gibt es für mich natürlich auch die beste Chance einen zu erwischen.

Beim ersten Ansitz stellte sich die Rotte gleich mitten am Feld ein, aber auf gut 280 Meter, also zu weit für einen Schuss. Sie wechselten nicht näher und genossen den Weizen auf sicherer Entfernung zu mir. Tags darauf, kein Anblick. Am nächsten Tag übernahm ich die Spätschicht und baumte um halb eins in der Früh auf. Bald hörte ich die Schweine schon im Mais brechen. Gegen vier Uhr zog die Bache aufs Feld, 13 Frischlinge sollten folgen, ebenso wie eine zweite größere Sau und einige Überläufer oder Frischlinge vom Winter.

Ich suchte mir ein feisteres Schweinchen aus der Rotte aus, brachte es gut in mein Absehen und drückte ab. Die Wildschweine rannten in alle Richtungen. Eigentlich war ich gut abgekommen, doch es war kein Tropfen Schweiß zu finden. Auch der Hund war keine Hilfe und sah mich enttäuscht an. Trotz langer Suche, war kein Schweinchen zu finden. Warum ich gefehlt habe, weiß ich noch nich, vermutlich waren die Schweine doch mehr als 150 Meter weit weg und ich habe zu tief geschossen. Ja, auch Mal daneben schießen, ist Jagd.

Seit damals wurden die Schweine nicht mehr gesehen, vielleicht haben sie ihren Urlaub im Maisfeld abgebrochen. Nichts desto trotz, werden wir die Felder weiterhin bewachen, sind die großen Schläge doch sehr verlockend als Einstand für die Schwarzborstler.

 

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Schwein gehabt

Meine Sauansitze waren heuer noch nicht von Erfolg gekrönt. Einmal im Sommer kamen mir die Sauen auf 20 Meter, als ich am Boden ansaß. Leider kam ich mit meinem Gewehr bei meinem Tarnnetz Gestänge an und schon waren die Schwarzborstler verschwunden. Doch beim vergangenen Vollmond sollte es passen.

Gegen 20 Uhr bezog ich den Hochsitz bei einem Wildacker. Im Mais waren schon zwei Schneisen gehäckselt, damit man auch was sieht. Einige Stücke Rehwild wechselten an. Bei einem vorigen Ansitz dort, kam mir auf 200 Meter ein Keiler. Allein wechselte er quer zu mir über ein Rapsfeld. Viel zu schnell, um an einen Schuss zu denken. Außerdem hatte ich „nur“ meine Steyr Mannlicher in 308 Win. dabei. Dieses Mal hatte ich aufgerüstet und meine Browning X-Bolt in 30/06 Springfield mitgenommen. Davor war ich noch extra am Schießstand um die Trefferlage zu kontrollieren. C48F7BFF-3682-49C6-B5C5-6B529240D4E6

Gegen 21 Uhr sah ich den ersten Wurf einer Sau zwischen den Maispflanzen auf die gehäckselte Fläche wechseln. Die Nervosität stieg. Ein zweites Stück folgte auf die freie Fläche und wühlte im Acker. Die beiden Schweine waren etwa gleich groß. Dann waren sie plötzlich in einem Schatten verschwunden, eine dritte Sau wechselte heraus und auch gleich wieder in den Mais. Es war ein deutlich stärkeres Stück – vielleicht der Keiler?

Ich wartete  zu. Als ein Schwein weiter auf die Schneise wechselte, entschied ich mich es zu erlegen. Keiler hin oder her, eine Sau für die Küche wäre auch nicht schlecht. Durch mein Steiner Ranger Zielfernrohr konnte ich die Umrisse des Wildschweins gut erkennen. Als das Stück breit stand, drückte ich den Abzug. Die 30/06 bannte das Stück auf den Platz. Bei bestem Mondlicht konnte ich die Sau auf der Schneise ausmachen, ich wartete noch ein wenig und fuhr mit dem Auto zum Anschuss.

Als ich in das Maisfeld ging, bemerkte ich, dass das Wildschwein noch am Leben war. Schnell trug ich aus kurzer Entfernung einen Fangschuss hinter dem Teller an, doch die Sau war noch immer nicht tot. Zur Sicherheit fing ich das Stück noch mit meinem Glock Feldmesser ab. Nach wenigen Sekunden verendete die Sau. Es war eine etwa zweijährige Bache mit 55 Kilogramm.

Der erste Schuss mit der 30/06 RWS Uni Classic ging hinter dem Vorderlauf in den Wildkörper und zertrümmerte das gegenüberliegende Blatt. Deshalb konnte die Sau nicht mehr aufstehen und flüchten. Organe dürfte das Geschoß keine verletzt haben.

Mittlerweile haben wir das Wildschwein  zu Würsten und Braten verarbeitet. Die Gefriertruhe ist nun gut gefüllt mit bestem Wildbret. Zum Glück musste die Wildsau nach dem Schuss nicht lange leiden und auch eine Nachsuche blieb mir erspart. Ich hoffe beim nächsten Mal, verendet das Wildschwein beim ersten Schuss, aber leider ist das eben nicht immer möglich.  Für ein nettes Foto blieb leider keine Zeit, aber hier das Wildschwein bereits in der Bratenform.IMG_5417

Waidmannsheil und Mahlzeit!