Ob gerade ein neues Revier gepachtet worden ist oder das vorhandene Revier weiterbewirtschaftet werden soll – in beiden Fällen kommen jedes Jahr die selben Aufgaben der Pflege von Reviereinrichtungen auf den Pächter oder Eigenjagdbesitzer zu. Vor allem in den Revieren wo viel von Kanzeln, Hochsitzen, Drückjagdböcken oder Leitern gejagt wird. Die Revierarbeit beinhaltet nicht nur die Neuanlage und Pflege der Wildäcker, sondern auch das Kontrollieren, Reparieren, Abriss und Neubau von entsprechenden Reviereinrichtungen. Um überhaupt entsprechende Arbeiten an den Einrichtungen durchführen zu können, braucht es viel unterschiedliches Werkzeug, ausgebildetes Personal (Motorsägenführerschein), Maschinen und Material. In der Regel sind in Revieren schon Ansitzeinrichtungen vorhanden. Diese müssen mindestens einmal im Jahr einer Standfestigkeitsprüfung unterzogen werden. Es lohnt sich bei der Kontrolle Anfang April gleich vor Ort Notizen in die Hochsitzkarte einzutragen, ob ein Hochsitz repariert, abgerissen und/oder neu gebaut werden soll.

hochsitz

Natürliches Waldwachstum als Herausforderung für Jäger

Da der Wald ständig wächst, sind einige Sitze, die vor zwei Jahren für die Jagd hervorragend waren, so stark zugewachsen, dass sich ein freischneiden nicht mehr lohnt. Diese Sitze können umgestellt werden, bei uns im Revier erledigen wir das meist mit einem Teleskoplader, so fern der Hochsitz noch stabil genug ist.

Das Ziel sollte dabei immer sein, dass Anfang Mai alle Hochsitze einsatzbereit sind. In Waldrevieren kommt es oft vor, dass gerade Drückjagdböcke und nicht so hohe Hochsitze im Mai ausreichend Sicht bieten und sich im Juli/August aufgrund des Wuchses und des Laubes nicht mehr für einen Ansitz eignen. Die Revierarbeit an den Hochsitzen ist eben nicht mit einem Arbeitseinsatz erledigt, es gibt das ganze Jahr über etwas zu tun. Für eingesessene Landwirtschafts- und Forstbetriebe ist das kein Problem, da Arbeitskraft, Maschinen und auch Werkzeug vorhanden sind. Für Pächter, die keine Strukturen haben, bedeutet dies einen erheblichen Aufwand. Es bedarf dann einer ordentlichen Vorausplanung. Als hilfreich bei Jagdrevieren ab 20 Hochsitzen erweisen sich die Notizen auf einer Hochsitzkarte, um daraus zu erarbeiten, welche Hochsitze viel Zeit brauchen und welche schon abgenommen worden sind.

Checkliste für Hochsitze

Die Ansprache des Hochsitzes geschieht vom Boden aus. Hier wird der Hochsitz von unten nach oben angeschaut und genau kontrolliert.

– Sind Platten unter den Hauptholmen vorhanden?
– Ist die Verbindung zwischen Erdanker und Hochsitz intakt?
– Ist der Erdanker durchgefault?
– Wie sind die Verstrebungen des Unterbaus?
– Ist die Leiter stabil angebracht oder kann sie umfallen?
– Sind die Leitersprossen sicher und die Trittflächen der Sprossen gegen Abrutschen gesichert?
– Sind mittlerweile morsche Hölzer in der Konstruktion?
– Ist der Hochsitz in sich stabil und gut abgestrebt gegen Wind?
– Wie ist der Zustand vom Fußboden, das Geländer, das Dach, die Auflage und die Brüstung?

Viele Fragen, die viel Arbeit bedeuten können. „Die Leiter geht noch ein Jahr“ ist mit Sicherheit die falsche Antwort. Hochsitze müssen freigeschnitten und Pirschwege angelegt werden. Das Freischneiden ist im Idealfall von zwei Personen durchzuführen. Einer, der schneidet und ein weiterer, der vom Hochsitz aus Anweisungen gibt, welche Bäume, Sträucher oder auch Äste abgeschnitten werden müssen, um ein einigermaßen gutes Schussfeld zu bekommen. Lieber etwas mehr wegnehmen, als bald wieder mit der Säge ausrücken zu müssen. Für die Gestaltung und die Pflege der Pirschwege eignen sich Laubbläser hervorragend. Wer die nicht hat, braucht Rechen, was aber mitunter sehr lange dauert.

Fazit

Für die Jagdherren ist die jährliche Kontrolle eine Pflicht. Mit einer guten Truppe kann der Jagdherr, je nachdem wie viele Hochsitze das Revier hat, über Wochenendeinsätze mit seinen Begehungsscheininhabern schon sehr viel abarbeiten. Wer keine Jagdhelfer und auch keine Maschinen hat, findet im Internet recht schnelle passende regionale Anbieter für Revierarbeiten. Dort können auch Hochsitze und viele weitere jagdliche Dienstleistungen rund um das Thema Revierarbeit abgefragt werden.

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