Probleme mit dem Wolf in Madrid

Drei Wolfrudel sollen in der rund 8000 Quadratkilometer großen Region im Zentrum von Spanien rund um die Hauptstadt Madrid ihre Fährten ziehen. Durch den Schutz wachsen die Rudel von Jahr zu Jahr an. Insgesamt soll es in Spanien rund 2000 Wölfe geben, den größten Bestand in Westeuropa.

Wie der Guardian berichtet, verdoppelt die Regionalregierung von Madrid nun den Entschädigungsfonds für Bauern, die durch Wolfrisse ihre Tiere verlieren. Denn die Wolfattacken entwickelten sich von unter 20 im jahr 2012 und 2013, auf 91 im Jahr 2015 und heuer zählte man bereits 209 gerissene Nutztiere.

2016 stehen 60.000 Euro an Entschädigungen für die Landwirte bereit, viel zu wenig in Anbetracht des Schadens, den die Wölfe angerichtet haben. Im nächsten Jahr sollen 120.000 Euro zur Verfügung stehen, zitiert der Guardian einen Regierungssprecher. 500 Euro bekommen Bauern für ein gerissenes Schaf oder eine Ziege, 1000 Euro für eine Kuh oder ein Pferd.

Die Wölfe werden streng geschützt. Den Bauern wird empfohlen ihre Tiere durch Elektrozäune zu schützen. Die Wölfe kommen auch immer näher an die Siedlungen, reißen dort Tiere und verschwinden wieder.

Reviereinrichtungen richtig pflegen

Ob gerade ein neues Revier gepachtet worden ist oder das vorhandene Revier weiterbewirtschaftet werden soll – in beiden Fällen kommen jedes Jahr die selben Aufgaben der Pflege von Reviereinrichtungen auf den Pächter oder Eigenjagdbesitzer zu. Vor allem in den Revieren wo viel von Kanzeln, Hochsitzen, Drückjagdböcken oder Leitern gejagt wird. Die Revierarbeit beinhaltet nicht nur die Neuanlage und Pflege der Wildäcker, sondern auch das Kontrollieren, Reparieren, Abriss und Neubau von entsprechenden Reviereinrichtungen. Um überhaupt entsprechende Arbeiten an den Einrichtungen durchführen zu können, braucht es viel unterschiedliches Werkzeug, ausgebildetes Personal (Motorsägenführerschein), Maschinen und Material. In der Regel sind in Revieren schon Ansitzeinrichtungen vorhanden. Diese müssen mindestens einmal im Jahr einer Standfestigkeitsprüfung unterzogen werden. Es lohnt sich bei der Kontrolle Anfang April gleich vor Ort Notizen in die Hochsitzkarte einzutragen, ob ein Hochsitz repariert, abgerissen und/oder neu gebaut werden soll.

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Natürliches Waldwachstum als Herausforderung für Jäger

Da der Wald ständig wächst, sind einige Sitze, die vor zwei Jahren für die Jagd hervorragend waren, so stark zugewachsen, dass sich ein freischneiden nicht mehr lohnt. Diese Sitze können umgestellt werden, bei uns im Revier erledigen wir das meist mit einem Teleskoplader, so fern der Hochsitz noch stabil genug ist.

Das Ziel sollte dabei immer sein, dass Anfang Mai alle Hochsitze einsatzbereit sind. In Waldrevieren kommt es oft vor, dass gerade Drückjagdböcke und nicht so hohe Hochsitze im Mai ausreichend Sicht bieten und sich im Juli/August aufgrund des Wuchses und des Laubes nicht mehr für einen Ansitz eignen. Die Revierarbeit an den Hochsitzen ist eben nicht mit einem Arbeitseinsatz erledigt, es gibt das ganze Jahr über etwas zu tun. Für eingesessene Landwirtschafts- und Forstbetriebe ist das kein Problem, da Arbeitskraft, Maschinen und auch Werkzeug vorhanden sind. Für Pächter, die keine Strukturen haben, bedeutet dies einen erheblichen Aufwand. Es bedarf dann einer ordentlichen Vorausplanung. Als hilfreich bei Jagdrevieren ab 20 Hochsitzen erweisen sich die Notizen auf einer Hochsitzkarte, um daraus zu erarbeiten, welche Hochsitze viel Zeit brauchen und welche schon abgenommen worden sind.

Checkliste für Hochsitze

Die Ansprache des Hochsitzes geschieht vom Boden aus. Hier wird der Hochsitz von unten nach oben angeschaut und genau kontrolliert.

– Sind Platten unter den Hauptholmen vorhanden?
– Ist die Verbindung zwischen Erdanker und Hochsitz intakt?
– Ist der Erdanker durchgefault?
– Wie sind die Verstrebungen des Unterbaus?
– Ist die Leiter stabil angebracht oder kann sie umfallen?
– Sind die Leitersprossen sicher und die Trittflächen der Sprossen gegen Abrutschen gesichert?
– Sind mittlerweile morsche Hölzer in der Konstruktion?
– Ist der Hochsitz in sich stabil und gut abgestrebt gegen Wind?
– Wie ist der Zustand vom Fußboden, das Geländer, das Dach, die Auflage und die Brüstung?

Viele Fragen, die viel Arbeit bedeuten können. „Die Leiter geht noch ein Jahr“ ist mit Sicherheit die falsche Antwort. Hochsitze müssen freigeschnitten und Pirschwege angelegt werden. Das Freischneiden ist im Idealfall von zwei Personen durchzuführen. Einer, der schneidet und ein weiterer, der vom Hochsitz aus Anweisungen gibt, welche Bäume, Sträucher oder auch Äste abgeschnitten werden müssen, um ein einigermaßen gutes Schussfeld zu bekommen. Lieber etwas mehr wegnehmen, als bald wieder mit der Säge ausrücken zu müssen. Für die Gestaltung und die Pflege der Pirschwege eignen sich Laubbläser hervorragend. Wer die nicht hat, braucht Rechen, was aber mitunter sehr lange dauert.

Fazit

Für die Jagdherren ist die jährliche Kontrolle eine Pflicht. Mit einer guten Truppe kann der Jagdherr, je nachdem wie viele Hochsitze das Revier hat, über Wochenendeinsätze mit seinen Begehungsscheininhabern schon sehr viel abarbeiten. Wer keine Jagdhelfer und auch keine Maschinen hat, findet im Internet recht schnelle passende regionale Anbieter für Revierarbeiten. Dort können auch Hochsitze und viele weitere jagdliche Dienstleistungen rund um das Thema Revierarbeit abgefragt werden.

Test Bushnell 8×42 mm Legend E Fernglas

Auf der Suche nach einem preiswerten Zweitfernglas bin ich nach längerer Recherche auf den amerikanischen Hersteller Bushnell gestoßen. Die Legend Serie gibt es in 8×42 und 10×42 Vergrößerung, sie wird noch unterschieden in E, L und M Modelle. Die gesamte Legend Linie ist wetterfest, hat ein Magnesiumgehäuse und mehrfach beschichtete Optik. Hier schreibe ich, über meine Erfahrungen, die ich nach einiger Zeit mit dem Bushnell Legend im Revier gesammelt habe.

Im Test habe ich das Bushnell 8×42 Legend E, das Fernglas ist das Einsteigermodell der Legend Serie.  Im Lieferumfang befand sich ein Gurt, eine Tasche sowie Schutzklappen für die Linsen. Bei einem Gewicht von etwas mehr als 600 Gramm ist das Bushnell Legend E 8×42 mm angenehm zu tragen.

Es ist ein kompaktes Fernglas, zu einem moderaten Preis, ich habe es hier bestellt, um 349 Euro. Der Preis entspricht auf jeden Fall nicht der Qualität, die vom amerikanischen Hersteller geboten wird. Die Verarbeitung und das rutschfeste Gehäuse haben mich überrascht, überhaupt fühlt sich das Bushnell Fernglas hochwertig an. Durch die kleine Abmessung des Feldstechers ist er perfekt, um ihn immer im Auto dabei zu haben. Auch am Ansitz hat er mich nicht enttäuscht. Bis in die Dämmerung konnte ich Wild gut ansprechen, doch die Stärken spielt das Bushnell Fernglas auf jeden Fall bei der Pirsch am Tag oder in der Früh aus.

Die Farbtreue und die Detailschärfe sind gut, auch das Sehfeld ist ausreichend. Das Einstellrad sowie die Okularverstellung funktioneren einwandfrei und sind auch mit Handschuhen leicht zu bedienen. Am Ansitz konnte ich beim Abglasen von Feldern und Wald schnell scharf stellen. Auch bei Herbstwetter haben sich die Linsen nicht beschlagen, als Brillenträger kann ich das Bushnell Legend nur empfehlen.

Die anderen Gläser der Legend Serie bieten für etwas mehr Geld noch einige weitere Features. In der Ausführung L, gibt es noch hochwertigeres Glas sowie einen Okular-Dioptrienausgleich mit Verriegelung.  Bei der M-Serie haben die Amerikaner noch eine dielektrische Beschichtung, um eine hohe Farbwiedergabefähigkeit sowie eine 92 %-ige Lichtübertragung zu gewährleisten eingebaut. Das schlägt sich natürlich auch im Preis nieder. Alle Versionen werden zum Beispiel bei Frankonia im Onlineshop angeboten.

Fazit
Wer ein leichtes, günstiges Fernglas sucht, ist mit dem Bushnell Legend 8x42mm E sicher gut beraten. Auf der Pirsch am Tag, lässt es nahezu keine Wünsche offen, es ist robust und es funktioniert. Bis jetzt konnte ich keine Schwächen an dem Fernglas ausmachen. Es ist natürlich von der Bildschärfe und Dämmerungsleistung mit meinem Swarovski Habicht SL 8×56  nicht zu vergleichen, als Zweitglas für die Pirsch, fürs Auto und beim Wandern aber sicher eine gute Alternative.

Daten

Austrittspupille 5,3 mm
Dämmerungszahl 18,3
Sehfeld auf 100m k.A.
Sehfeld auf 1000m 142 m
Abmessungen
Höhe/Breite 150×125 mm
Gewicht 635 Gramm

Test 6x42mm Zielfernrohre Zeiss, Kahles, Swarovski und Co

Es sind die Klassiker unter den Zielfernrohren, zig tausende Jäger haben damit ihr Wild erlegt. Die 6x42mm Gläser wurden bei Tag und Nacht eingesetzt  auf Gams, Reh, Wildschwein und Co. Im Vergleich zu den 8x56mm Gläsern, können die kleineren Zielfernrohre von der Helligkeit her meist mithalten, natürlich bei weniger Vergrößerung. Vergleicht man die „Alten“ heute noch mit  billigen variablen Gläsern, kann ein 6x42mm von einem der großen Hersteller, Swarovski, Kahles oder Zeiss, heute noch glänzen, auch in der Dämmerung.

Lohnt es sich aber heute noch ein 6x42mm Zielfernrohr auf seine Büchse zu montieren?

Ich habe im Moment zwei 6x42mm Zielfernrohre im Einsatz, eines von Kahles und eines von Zeiss und ich muss sagen, sie haben mich noch nicht enttäuscht. Das Kahles Helia S 6x42mm Glas ist auf meiner Brünner Bockbüchsflinte montiert und auch im letzten Licht lassen sich Füchse sicher zur Strecke bringen. Das 6x42mm Kahles leistete ausgesprochen gute Arbeit, die sechsfache Vergrößerung reicht in den meisten Fällen aus. Auf gemessene 150 Meter konnte ich mit der Bockbüchsflinte einen Fuchs erlegen, eine Entfernung die für mich persönlich noch gerade in Ordnung ist, viel weiter würde ich auf einen ein so kleines Ziel nicht mehr schießen.

Mein zweites 6x42mm Diatal ZA von Zeiss habe ich auf meinen Henry Unterhebelrepetierer montieren lassen.  Der Westernfaktor der Henry hat sich zwar ein wenig verändert, dafür hat sich die Zielgenauigkeit erhöht. Die beschossenen Tauben liegen jetzt meist im Knall, demnächst werde ich das Gewehr auch auf den Niederwildansitz mitnehmen. Das Zeiss 6x42mm Diatal ZA ist auf jeden Fall präzise und für diesen Einsatz perfekt. Das Gewicht überzeugt und die sechsfache Vergrößerung für Schüsse auf maximal 50 Meter mehr als ausreichend.

Fazit
Die 6fachen 42mm Zielfernrohre gehören nicht zum alten Eisen. Natürlich ist ein modernes 3-12x56mm Zielfernrohr wie mein Kahles CBX oder Steiner Ranger universeller einsetzbar, aber auch die alten Klassiker sind durchaus für die Jagd geeignet, ob als günstige Alternative oder wegen dem Charme der alten Tage. Jedenfalls sollte man die alten Gläser nicht wegwerfen, wer weiß wann man sie wieder einsetzen kann.
Waidmannsheil!

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„Grausame Jagd“ auf Murmeltiere

In den Medien herrscht große Aufregung wegen eines Videos über die Murmeltierjagd in Tirol. Auch der Jagdverband kritisiert das Videomaterial, das auf youtube eingestellt worden ist. Dem Verband dürfte das Gamsjagdvideo eines russischen Jagdgastes noch im Magen liegen, ob der Kritik. Grundsätzlich kann Jagd hergezeigt werden, dass dabei etwas erlegt wird, gehört nun Mal dazu. Für jene die es grausam finden, niemand wird gezwungen es anzusehen.

Trotzdem sollten Jäger vorsichtig sein mit Bildern und Videos im Internet. Zu viele selbst für Jäger ekelhafte Videos finden sich im Netz, was natürlich Wasser auf die Mühlen der Jagdgegner ist. Die städtische Bevölkerung ist eben schon sehr weit weg, vom natürlichen Lauf der Dinge und die Jagd passt nicht ins Weltbild – billiges Fleisch vom Diskonter ist für die meisten allerdings in Ordnung.

Zur Murmeltierjagd kann ich nur sagen, sie ist gelebte Tradition und ein Mankei zu erlegen ist eben etwas Besonderes. Wenn man es filmt, sollte es zumindest geschmackvoll sein. Wer weidgerecht auf Murmeljagd geht, dem kann ich nur ein Weidmannsheil wünschen!

Test: Kaliber 5,6×52 R in Brünner Bockbüchsflinte

Ich habe das Kaliber 5,6×52 R in meiner Brünner Bockbüchsflinte gemeinsam mit einem 12er Schrotlauf. Montiert ist ein Zeiss 6x42mm. Es ist eine kompakte Waffe, die ich gerne zur Fuchsjagd mitnehme, natürlich kann Rehwild ebenfalls damit geschossen werden, bis jetzt habe ich kein Reh damit erlegt. Meine Erfahrungen beschränken sich in diesem Kaliber auf Raubwild, sprich Fuchs und Dachs. In Kombination mit meinem Fuchslocker, habe ich schon einige Rotröcke erlegen können.

Ich schieße das 5,6x52R  Teilmantel, mit 4,6 Gramm, von RWS. Bis jetzt musste ich noch kein Raubwild nachsuchen, das ich mit diesem Geschoß beschossen hatte, Fuchs und Dachs lagen am Platz. Egal ob auf 30 Meter oder mehr als 150 Meter, die Patrone ist äußerst präzise und das 6x42mm Zielfernrohr lässt auch in der Dämmerung noch einen sicheren Schuss zu. Das Kaliber gefällt mir sehr gut und die Präzision überzeugt auf jeden fall, ebenso wie die Augenblickswirkung bei Raubwild.

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Fuchs auf gemessenen 150 Metern erlegt

Der Rückstoß ist fast nicht spürbar und auch der Knall hält sich in Grenzen. Für Raubwild ist die Kombination von 5,6×52 R und 12er Schrot ideal. Die Patrone wurde in den USA entwickelt und ist dort unter dem Namen 22. Savage bekannt. Doch wird sie in den Vereinigten Staaten kaum noch verwendet. In Europa, vor allem bei uns in Österreich wird die Patrone noch von vielen Jägern für Raubwild und auch Rehwild verwendet. In Drillingen und Kombinierten Waffen gibt es Läufe in dem Kaliber, was ich gut verstehen kann, ob der sehr guten Wirkung und der Präzision.

Die Wirkung auf Rehwild werde ich im Herbst vielleicht noch testen und diesen Artikel erweitern. Doch grundsätzlich waidwerke ich auf Rehe lieber mit einem etwas größeren Kaliber, obwohl viele Jagdkollegen beim Rehwild auf das Kaliber schwören.

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Fuchs auf 30 Meter beschossen, lag im Knall

 

Update 5,6x52R mm Wirkung auf Rehwild
Hier wie schon lange versprochen ein Update über die Wirkung  der 5,6x52R mm auf Rehwild. Nach mehreren Stücken, die ich jetzt mit der 5,6x52R erlegen konnte, kann ich sagen, sie wirkt fantastisch. Das RWS Teilmantelgeschoß hat die Stücke meist auf den Platz gebannt oder es gab kurze Todfluchten. Vom Bock mit 20 Kilogramm bis zum Schmalreh, war die Wirkung perfekt, auch die Wildbretentwertung hielt sich in Grenzen. Geschossen habe ich meist auf etwa hundert Meter und die Schüsse waren durchwegs einige Zentimeter hinter dem Blatt oder aufs Blatt. Bei schlechten Schüssen, wird die kleine Kugel nicht ideal wirken, aber das tun auch größere Kaliber nicht.

Ich bin von der 5,6x52R mm begeistert, kein Rückstoß, ein leiser Schussknall, dass meistens die anderen Stücke noch stehen bleiben und eine gute Wirkung. So soll ein Jagdkaliber sein.  Mittlerweile ist im Feldrevier wenn nicht mit Sauen zu rechnen ist, die Brünner Bockbüchsflinte mein ständiger Begleiter. Meiner Meinung nach gehört die 5,6×52 R oder 22. Savage noch lange nicht in die Vitrine als veraltetes Kaliber.

 

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Erstes Rotwild im neuen Revier

Seit heuer bin ich in einem Genossenschaftsrevier dabei, in dem auch Rotwild zum Standwild gehört. Nachdem ich meinen Bock erlegt hatte, ging es mit Beginn der Schusszeit am 1. Juni gleich mehrmals mit dem Jagdleiter auf den Hochsitz, um ein Schmaltier zu erlegen. Etwas spät aber doch, hier die Jagdgeschichte.

Rehwild war bei jedem Ansitz reichlich zu sehen, auch ein junger Hirsch, mit drei Mal Lauscher hohen Spießen kam in Anblick. Weitere Stücke traten nicht auf die Wiese. Nach einigen Wiederholungen, kam eines Abends wieder der Spießer in Anblick, als der Jagdkollege sagte, „vielleicht kommt noch ein Schmaltier nach“, war auch schon das Haupt eines zweiten Stücks aus dem Dickicht auf die Wiese gekommen. Schnell zogen die beiden zu einer kleinen Ablenkfütterung und ästen seelenruhig vor sich hin. Wir konnten sie beobachten und warteten, ob sie sich in unsere Richtung bewegen würden, um das Schmaltier zu 100 Prozent richtig ansprechen zu können. Doch das Rotwild äste gemütlich weiter, der Spießer kam genau vor unseren Hochsitz auf ein Sojafeld und äste dort weiter. Nach einigen Minuten kam ein drittes Stück Rotwild in Anblick. Ein Schmaltier, ohne Zweifel, noch etwas schwächer als das andere Stück. Es zog vertraut zum Spießer und äste dann die kleinen Sojapflanzen.

„Mach dich bereit“, die klare Anweisung von meinem Kollegen. Also brachte ich meinen Steyr Mannlicher Stutzen in 308 Win. in Position und stellte das Fadenkreuz auf das Schmaltier. Nach mehreren Richtungswechseln verhoffte das Tier in perfekter Position auf etwa 80 Meter, ich drückte den Abzug.  „Es hat perfekt gezeichnet“, hörte ich vom Jagdleiter. Nach einigen Schritten taumelte das Wild und ging schließlich zu Boden.

Mein erstes Stück Rotwild im neuen Revier war erlegt, die Freude natürlich groß. Wir bargen das Stück, das etwa 70 Kilo aufgebrochen auf die Waage brachte, gaben ihm den letzten Bissen und ich bekam meinen Erlegerbruch überreicht. Schließlich verstauten wir das Schmaltier in der Kühlkammer.

Zum Geschoß: Das 308 Win. Geco Teilmantel leistete ganze Arbeit, leider habe ich keine Fotos, aber die Wildbretentwertung beim Schuss direkt hinters Blatt, war zu vernachlässigen, auch die Wirkung auf das Schmaltier war sehr gut und es gab Ausschuss und genügend Schweiß.

MagazinSteyer Mannlicher

Waidmannsheil

Kronenzeitung: Das Reh, die Frau vom Hirsch?

In der Kronen Zeitung, für die Leser ausserhalb Österreichs – ein Boulevard-Zeitung im Kleinformat, mit dem größten Marktanteil in Österreich – fand ich folgenden Artikel:

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„Rot- und Damwild als Nutztiere“, der Rehbock gehört wohl nicht dazu, aber Reh und Rotwild sind ja sowieso Geschwister, oder ist der Bock der Mann vom Damwild, man weiß es nicht. Im Artikel, schreibt der Redakteur, dass es 800 Rehe und Hirsche verteilt auf 450 Hektar Gatter im Land gibt. Mir ist kein Gatter mit Rehwild bekannt, aber vielleicht meinen sie mit Rehen, die Frau vom Hirsch. Als Jäger und für jeden Naturinteressierten einfach ein Fauxpas. Fehler können schon mal passieren, aber im Wald dürfte der Redakteur noch nie gewesen sein. Kann man nur hoffen, dass die Leser zumindest nicht so weit von der Natur entfremdet sind, um den Unterschied zwischen Rehbock und Hirsch zu kennen.

Warum kein Rehwild im Gatter gehalten wird: Rehwild wird vor allem wegen seinem territorialen Verhalten nicht im Gatter gehalten. Es lebt nicht in Rudeln und ist somit wegen des hohen Platzbedarfs nicht wirtschaftlich in einem Gatter. Vor allem Damwild wird in der landwirtschaftlichen Gatterhaltung gezüchtet, aber es gibt auch einige Rotwildbestände im Gehege, ebenso wie Wildschweine.

Krähenjagd, Lockbild, Krähen

Lockjagd auf Krähen

Nach der Rehbrunft geht es im Revier wieder ruhiger zu. Um etwas fürs Niederwild zu tun, ging es vor Kurzem auf Krähenjagd. Lockkrähen, Tarnnetz und Flinte eingepackt, ging es noch im Dunkeln ins Revier. Das Lockbild baute ich auf einer Wiese neben einem abgeernteten Acker auf. Hinter meinem Schirm steht eine Hütte und ein Hochsitz, auf dem ich auch eine Wächterkrähe postierte, die anderen schwarzen Attrappen stellte ich rund um einen Baum auf. Die beflockten Lockkrähen habe ich bei alp-jagd.at bestellt und sie sind sehr robust und ziehen auch die Aufmerksamkeit der Krähen auf sich.

IMG_4597Mein Tarnnetz befestigte ich an meinen vier Metall-Teleskopstangen, was keine zwei Minuten dauerte. Klapphocker aufgestellt, den Hund abgelegt und die Flinte geladen.  Ich hatte meine Browning B725 mit zur Jagd und verlud Winchester Super Speed 3er Schrote. Die ich fast auf alles Niederwild verwende und bisher mehr als zufrieden bin. Tests zur Flinte und Munition folgen demnächst.

IMG_4596Labradordame Ronja wartete mit mir im Tarnzelt und es dauerte keine zehn Minuten bis die ersten Krähen über mein Lockbild strichen. Leider blieben die größeren Trupps unbeeindruckt und ich ließ sie vorbeistreifen, weil sie zu hoch für einen Schuss waren. 20 bis 30 Krähen ließ ich so ziehen, doch dann kamen zwei Vögel und ich wollte einen Schuss versuchen, ich stand auf, gab eine Doublette auf eine Krähe ab, die sofort zu Boden fiel. Ronja startete zum Apportieren und nach einigem Zureden, da die Krähe noch kurz lebte, brachte sie die Beute zurück ins Tarnzelt. Ich ärgerte mich, denn die anderen Krähen flogen kaum höher als diese beiden, also wär ein Schuss definitiv in Ordnung gewesen. Aus Erfahrung lernt man und das nächste Mal werde ich die Entfernungen besser einschätzen können.

IMG_4604Die Freude war groß, doch weitere Krähen ließen nach den Schüssen auf sich warten und die ersten Spaziergänger waren auf den Feldwegen gegen 7 Uhr unterwegs. Also ließ ich es gut sein für diesen Morgen und ließ Ronja, die doch etwas magere Ausbeute, ins Auto tragen.

Das nächste mal werde ich mein Lockbild etwas anders anlegen und auch einen Krähenlocker verwenden, der die Krähenattrappen interessanter macht. Alles in allem eine spannende Jagd, für Hund und Herrl. Ich werde meine Lockkrähenarmada noch etwas erweitern und eventuell noch an meiner Tarnung arbeiten. Weitere Tipps aus der Praxis, wie die Krähenjagd am besten funktioniert und was man beachten sollte, werden demnächst hier im Blog folgen, ich bin schon am recherchieren und probieren., wie die Krähenjagd am besten klappt. Krähenjagd, Lockbild, KrähenKrähenjagd, Lockbild, KrähenKrähenjagd, TarnzeltKrähenjagd, Apport, Labrador, Hund

Waidmannsheil

Test Henry Unterhebelrepetierer 22.

Was fehlt noch im Waffenschrank, da fällt mir einiges ein, doch die Brieftasche lässt viele Wünsche, Wünsche bleiben. Einen kleinen habe ich mir allerdings erfüllt. Der Cowboy in mir war stärker und ich konnte nicht widerstehen. Ein Unterhebelrepetierer musste her. Nach kurzer Überlegung passte am besten ein Kleinkalibergewehr in meinen Schrank, also zum Waffenhändler meines Vertrauens und der bestellte zwei Henry Unterhebelrepetierer in 22. zur Ansicht.

Nach zwei Wochen waren sie da, Achtkantlauf, mit Kimme und Korn, das John Wayne Feeling stimmte auf jeden Fall. Schließlich entschied aber der Preis und ich erstand die Henry 22. mit rundem Lauf und aufgesetztem Korn. Nicht ganz so schön, authentisch und elegant, aber eben doch um 150 Euro billiger. Zur Abwechslung siegte die Vernunft.

Verpackt in einem Karton, schnörkellos und ohne viel Zubehör, außer einer kleinen Anleitungsbroschüre brachte ich mein neues Schmuckstück nach Hause. Die Aufschrift „Made in Amerca, Or Not Made At All“ sagt schon alles über diese Waffe. 18,4 Zoll  ist der Lauf, das Röhrenmagazin fasst 15 Schuss und der schwarze Messingkasten ist ebenso schlicht, wie das American-Walnut Schaftholz. Das Westernfanherz schlägt natürlich höher bei diesem Anblick.

Auf der Pirsch mit der Henry
Also einige 22. Patronen geladen und ab zum Probeschießen. Über Kimme und Korn gezielt, abgedrückt und ohne viel Knall schlug das Projektil in einem alten Kochtopf ein, auch noch dort wo ich hingezielt habe. Perfekt.

Doch meine Henry Rifle soll nicht nur zum Spass benutzt werden, ein Ziel war die Taubenjagd am Hof. Die Vögel haben es sich in unserer Getreidelagerhalle gemütlich gemacht, was uns nicht besonders freut. Also ging es mit Hund und der 22. Z von RWS auf die Pirsch. Schnell war eine Taube auf einem Stahlträger ausgemacht, einmal repetiert, gefühlt wie John Wayne, angelegt und abgedrückt, die Taube ging zu Boden und der Hund griff sie sofort. Sehr gut, also ist die Henry Rifle auch jagdlich zu gebrauchen und die Investition hat sich in jeder Hinsicht gelohtn.

Test
Der Schlossgang des Unterhebelrepetierers geht geschmeidig und der Abzug bricht trocken. Das Visier lässt sich einstellen und kann je nach Munition verändert werden. Der Preis von etwas weniger als 500 Euro ist für diese Waffe angemessen. Ich freue mich jedes Mal wenn ich mit meiner Henry 22 Kleinkaliber schießen kann. Man muss sich auch selbst öfter  eine Freude machen.