Jäger oder Schütze im Gatter

Es ist legal, es wird praktiziert und doch ist die Jagd im Wildgatter mehr als umstritten. Adelige und Bonzen, die sich im Gatter das Wild vor die Büchse treiben lassen und so sicher zum Schuss kommen, Vergnügen der Reichen und vieles mehr. Die Vorurteile sind unendlich, die Tierschützer laufen Amok und versuchen die Masse zu mobilisieren, was ihnen auch immer besser gelingt, wenn man sich die Hetzpostings gegen Jäger auf facebook und Co. ansieht.

Ich als Jäger kann aber ebenfalls nichts an der Jagd im Gatter finden. Es gibt eigentlich kein Argument für diese Jagdart in der heutigen Zeit, was als Spass für den Adel begann, kann in der heutigen Zeit nicht mehr funktionieren. Zum Ansehen der Jagd trägt die Tötung von Tieren im Gatter nicht bei. Meiner Meinung nach sollte die Jagd mit dem Gatter nicht mehr in Verbindung gebracht werden. „Wildgatter Ernte“, statt Gatterjagd, hätte schon eine ganz andere Intonation und würde das Töten der gefangenen Tiere nicht mehr direkt mit der Jagd verbinden.

Oft sind die Bestände höher als in der Natur. Der Vergleich mit der Massentierhaltung tut sich auf, trotzdem hat das Wild seinen natürlichen Lebensraum, die Gatter sollen weiterhin bewirtschaftet werden können, doch mit der Jagd sollten sie nicht mehr in Verbindung gebracht werden, sondern als normale Wildgatter für Farmwild geführt werden. Denn immerhin haben die Wildtiere zumindest 115 Hektar für sich, keine Beunruhigung durch Spaziergänger und werden im besten Fall waidgerecht erlegt.

Als Jäger sollte man sich sein Stück erarbeiten und sich nicht einfach in einem eingezäunten Gebiet ein Wildschwein oder einen Hirsch vor die Büchse treiben lassen.

LedLenser H7.2

Test Stirnlampe LedLenser H7.2

Ob bei der Nachsuche, beim Aufbrechen oder auf dem Weg zum Auto, eine Taschenlampe gehört bei jedem Jäger zur Grundausrüstung. Eine Stirnlampe ist bei diesen Arbeiten natürlich ideal, hat man dadurch doch die Hände frei. Ich benutze jetzt seit etwas mehr als eineinhalb Jahren die LedLenser H7.2 Stirnlampe und muss sagen, sie ist fast der perfekte Begleiter für den alltäglichen Jagdeinsatz.LedLenser H7.2

Die Lampe braucht vier AAA Batterien oder Akkus. Alle Funktionen sind recht einfach gehalten, bei der Lampe ist oben ein Einschaltknopf angebracht, die Batterien sind auf der Kopfhinterseite. Am Akkupack kann man auf einem Einstellrad die Lichtstärke variieren. Vorne bei der Lampeneinheit gibt es noch einen Fokussierring, um den Lichtstrahl zu bündeln oder zu weiten. Der Lampenkopf lässt sich auch neigen, um den Boden auszuleuchten.

Mit einem Gewicht von knapp 170 Gramm mit Batterien, spürt man den LedLenser H7.2 kaum am Kopf, vor allem wenn man eine Haube trägt.

Die LED-Lampe erzeugt in der höchsten Stufe einen Lichtstrahl der bis zu 160 Meter ausleuchtet, laut Herstellerangaben soll eine Batteriegarnitur von sieben bis zu 60 Stunden halten. Nach mehrmaligen Einsätzen bei der Jagd und auch während der Wintermonate bei Spaziergängen mit dem Hund, haben die Batterien immer ein paar Monate gereicht. Geht die Ladung dem Ende zu, beginnt die Stirnlampe zu Blinken. Überhaupt lässt sich die Lampe auch auf Blinklicht einstellen, was für die Jagd aber nicht wirklich nötig ist.

Kritikpunkt

Einziger wirklicher Kritikpunkt bei dieser Lampe ist der Einschaltknopf, der für mich zu leicht drücken geht. Es ist mir schon mehrmals passiert, dass ich die Lampe in meinem Jagdrucksack verstaut habe und sie sich beim Transport eingeschaltet hat. Bei einsetzender Dunkelheit bemerkte ich es erst. Hier muss man immer aufpassen, dass sich die Batterien nicht im Rucksack oder der Tasche ausleeren.

LedLenser H7.2

Trotzdem kann man zusammenfassen, dass die LedLenser H7.2 Stirnlampe ein praktisches Tool für die Jagd ist und jeder Jäger auch für den harten Reviereinsatz damit gut gerüstet ist. Ich habe immer einen zweiten Satz Batterien im Auto, um auf Nummer sicher zu gehen. Für einen Preis von knapp 70 Euro kann man diese Stirnlampe mit Sicherheit empfehlen.

LedLenser H7.2

EKA Swingblade

Test EKA G3 Swingblade

Es ist noch kein Dauertest, wird aber einer werden. Ich habe mir jetzt  die EKA G3 Swingblade in schwarz gekauft und bin bis jetzt begeistert. Die Besonderheit der Swingblade, sind die beiden Klingen aus Sandvik 12C27 Stainless Stahl. Das schwedische Messer liegt gut in der Hand und der Griff aus PROFLEX™ Kunststoff fühlt sich hochwertig und robust an. Außerdem kann man das gesamte Messer leicht reinigen. Im Lieferumfang war auch eine Messerscheide aus schwarzem Nylon dabei, die ebenfalls stabil wirkt. Per Knopfdruck EKA Swingbladewird aus dem Jagdmesser, ein Aufbruchmesser. Die Klinge lässt sich einfach wechseln und beim Aufbrechen von Schalenwild, muss nicht mehr mit den Fingern die Schneide geführt werden, um wirklich nur die Decke zu öffnen.

Die Schneide ist einfach zu schärfen und das Messer wurde bereits sehr scharf geliefert. Die Hauptklinge ist 90 mm groß und die Aufbruchklinge 81 mm. Mit 2,9 mm Stärke ist die Klinge auch für gröbere Arbeiten gut geeignet. Das Design ist vielleicht nicht jedermanns Sache und es gibt mit Sicherheit schönere Messer, aber als Gebrauchsgegenstand ist es ein praktischer Begleiter im Revier. Weitere Details über die Klinge kommen demnächst, wenn ich es weiter getestet habe. Für den Preis von etwa 80 Euro für das EKA G3 Swingblade Messer stimmt auch das Preis Leistungsverhältnis.

EKA Swingblade EKA Swingblade EKA Swingblade  EKA Swingblade EKA Swingblade

Swarovski Habicht SL 8x56, Fernglas, Feldstecher

Swarovski Habicht SL 8×56

Es ist nicht das neueste Fernglas, aber mit Sicherheit auch nicht das Schlechteste. Ich kann diesen Feldstecher nur jedem empfehlen, sei es tagsüber oder beim Nachtansitz, der Swarovski Habicht SL 8×56 tut seinen Dienst. Ich habe das Glas nun seit fünf Jahren auf fast jedem Ansitz mit und sieht man mit dem Feldstecher nichts mehr, ist auch kein Schuss mehr möglich und man sollte sich auf den Heimweg machen.

Das Fernglas ist natürlich kein Leichtgewicht, auf der Pirsch wünscht man sich manchmal ein leichteres Glas um den Hals. Doch da ich meist vom Hochsitz aus waidwerke, macht mir das Gewicht von 1240 Gramm nichts aus.

Die Bedienung ist einfach, als Brillenträger klappt man die Okulargummikappen einfach um und kann durchschauen. Das Sehfeld auf 100 Meter beträgt 101 Meter und die Schärfe ist mit dem Rad fein einstellbar. Wer auf der Suche nach einem leistungsfähigen Top-Glas ist und nicht Unsummen für ein neues Marken-Fernglas ausgeben will, ist mit dem Kauf eines gebrauchten Swarovski Habicht SL 8×56 gut beraten. Ganz billig ist dieser Feldstecher zwar noch immer nicht, was aber auf jeden Fall für die gute Qualität spricht.

Swarovski Habicht SL 8x56, Fernglas, Feldstecher

Flinten zur Auswahl

Eine Flinte für die Frau

Beim Kauf der ersten Flinte stellen sich gleich mehrere Probleme ein. Als nicht unbedingt hochgewachsene Jungjägerin stellt es sich als schwierig heraus eine Flinte in der passenden Länge zu finden. Grundsätzliche Fragen wie; gebraucht oder neu, Bock- oder Querflinte, ideales Kaliber und Choke tun sich auf. Auf Anraten der meist männlichen Kollegen, entschließe ich mich zum Kauf einer neuen Flinte. Die Suche nach einer gebrauchten Flinte, die meiner Größe entspricht, ähnle letztendlich der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Mit männlicher Unterstützung geht es also los zum IMG_3175Waffenhändler des Vertrauens, wo die restlichen Anwesenden, ebenfalls Jäger, erfahrene als auch Jungjäger, nach einem kurzen verwirrten Blick gerne bei der Beratung mithelfen, nachdem sich herausstellt, dass ich es bin, die eine Flinte kaufen möchte. Auch hier werde ich wieder darauf hingewiesen, dass ich bestimmt schnell jemanden finde der mir meine Flinte tragen würde, sollte sie mir zu schwer werden.

Nach eingehender Betrachtung und jeder Menge Ratschlägen von allen Anwesenden, entscheide ich mich für eine Browning 425, Kaliber 12. Der Waffenmeister versichert mir noch dass bei ihm die Frauen, so wie es sich gehört, bevorzugt behandelt werden, schließlich hätten sie es schwieriger beim Schießen. Warum Frauen es schwieriger haben, erläutert er nicht näher. Schnell wird noch Maß genommen, schließlich muss auch hier der Schaft noch Jungjägerinnen gerecht angepasst werden. In zwei Wochen werde ich meine Browning in Händen halten und auf die Jagd nach Tontauben gehen. Ein ausführlicher Test zu dieser Flinte folgt in nächster Zeit.Anhang 3

Browning B425

Browning B425

(C)JagdundNaturBlog

Labrador Retriever als Jagdhund

Der Labdrador Retriever ist bei vielen Jägern als Familienhund verschrien. Zu weich, keine Wildschärfe und überhaupt gehört zu einem Jäger ein Vorsteher oder ein Terrier. Nichts desto trotz ist der Labrador Retriever auch in der Jägerschaft immer beliebter. Zu unterscheiden gibt es die Show-Linie und die Arbeits-Linie unter den Retrievern.

Die Show-Linien werden nur aufs Aussehen gezüchtet und nicht nach ihren Fähigkeiten als Jagdhund, somit sind sie eher ruhiger und nicht so quirlig wie Hunde aus einer Arbeitslinie. Diese sind auf Leistung gezüchtet und nach Anlagen wie dem „will to please“ der dieser Rasse immer nachgesagt wird. Die Retriever wollen ihrem Herrl gefallen. Will man einen Jagdhund, so sollte man sich die Zuchtstätte genau anschauen, beim Österreichischen Retriever Club  gibt es auch das Prädikat Jagdliche Leistungszucht, wo schon die Elterntiere jagdliche Prüfungen haben und auf der Jagd geführt werden.IMG_2874

Der Labrador ist ein Apportierhund und wird vorwiegend zum Bringen von Niederwild in der Jagd eingesetzt. Aber auch auf der Schweißfährte hat sich die gute Nase der schwarzen, beigen und braunen Labradore bewährt. Sie zeichnen sich außerdem durch ihre leichte Lenkbarkeit bei der Feld- und Wasserarbeit aus.

Wir haben unseren Hund seit mehr als zwei Jahren und haben schon die Retriever Basisprüfung 3 abgelegt und arbeiten jetzt auf eine jagdliche Prüfung hin. Wild nimmt unsere Hündin gut auf, bei der Abgabe hapert es ab und zu noch, aber wir sind zuversichtlich in nächster Zeit unsere erste Jagdprüfung zu bestehen.

Linder Pro-Nicker

Test Linder Pro Nicker

Ein „Nicker“ oder in Österreich „Knicker“ ist der Klassiker unter den Jagdmessern im deutschsprachigen Raum.  Diese Form wurde schon vor hundert Jahren zur Lederhose getragen und ist das Bowie Messer des Mitteleuropäers. Nur dass die Lederhosen eigene Knickertaschen haben, um das Messer immer dabei zu haben. Hier im Test habe ich den Linder Pro Nicker, der mich auf meine nächsten Jagden begleiten wird.IMG_3207

Bis jetzt kann ich sagen es handelt sich um ein robustes Messer, hochwertig verarbeitet und in klassischem Nicker Design. Die Klinge ist aus  440A-Stahl geschmiedet und elf Zentimeter lang. Der Griff ist in echtem Hirschhorn gehalten und ist 11,9 Zentimeter lang. Es liegt gut in der Hand und lässt sich auch einfach schleifen. Ein paar Mal abgezogen, ist es rasiermesserscharf. Dabei ist eine Lederscheide, die etwas leicht vom Messer abgeht. Im Vergleich zu meinem Standardbegleiter auf der Jagd dem Fällkniven F1 ist der Griff etwas gewöhnungsbedürftig, weil er für große Hände etwas schmal ist. Doch mit den Hirschhorngriffen liegt er gut in der Hand. Die Klinge ist etwa drei Millimeter dick und eher für

Für den Preis von etwa 60 Euro bekommt man einen Messer-Klassiker, der alle Aufgaben im jagdlichen Betrieb meistern kann. Hier werde ich meine Erfahrungen mit dem Messer posten und vom ersten Aufbrechen mit dem Linder Pro Nicker berichten.

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Zur Geschichte des „Nickers“ oder in Österreich „Knicker“

Neben den normalen Aufgaben für ein Jagdmesser ist der Nicker/Knicker ein spezialisiertes Werkzeug, um verletztes Wild abzufangen. Durch die schmale, spitze Form der Klinge kann man Tiere „Abnicken“, mit einem gezielten Stich über dem letzten Halswirbel ins Genick kann das Wild schnell erlöst werden.

Das Nicken sollte man bei erlegten Stücken ein paar Mal üben, um im Ernstfall genau den erlösenden Stich schnell und effektiv anbringen zu können, um unnötiges Tierleid zu vermeiden. Alternativ wird heute auch immer mehr der Stich durch die Rippen in die Lunge und das Herz empfohlen, um ein verletztes Stück abzufangen, da der Stich ins Genick viel Übung und Erfahrung braucht. Durch die Zerstörung von Hauptblutgefäßen im Kammerbereich, muss das Wild ebenfalls nicht lange Leiden.

 

Erfahrungen nach fast zwei Jahren
Wer einen soliden Nicker sucht, ist hier gut bedient. Er macht was er soll, die Schneide ist schnitthaltig und egal bei welcher Arbeit, das Messer liegt gut in der Hand.  Beim Aufbrechen muss die Spitze zwischen den Fingern geführt werden, damit man den Pansen nicht erwischt. Da ist eine Aufbruchklinge wesentlich unproblematischer. Ich habe den Nicker fast immer im Auto dabei und er kommt regelmäßig bei der roten Arbeit zum Einsatz. Wer klassische auf der Jagd unterwegs ist, kommt um einen Nicker sowieso nicht umhin.

Ausrüstung Jungjäger

Was braucht die Jungjägerin von heute?

Im Jungjägerkurs fast schon so etwas wie eine Selbstverständlichkeit, hat es die Jungjägerin außerhalb des vertrauten Kursraumes oftmals schwieriger als ihre männlichen Waidkameraden, speziell beim Zulegen der ersten Ausrüstung.

Vorurteile gegenüber Frauen in der Jagd seien hier nicht erwähnt, die bekomme ich zumeist nur über Umwege zu hören. Was hingegen jedes Mal kommt, wenn man sich als Jungjägerin „outet“, die Frage: wie man als Frau auf die Idee kommt den Jagdschein zu machen. Auch wenn ein Großteil der Familie und Freunde jagdlich tätig sind und die Jagd immer schon Teil des Familienlebens war, kann so manch erfahrener Jäger nicht verstehen warum ich als Frau diese Tradition fortführen möchte. Ob die Intentionen der Jungjäger den Jagdschein zu erlangen ebenso hinterfragt werden, sei dahingestellt.Ausrüstung Jungjäger

Wenig Auswahl für „Diana“ von heute

Mittlerweile sind zwar weibliche Jäger keine Seltenheit mehr, jedoch sind die diversen Jagdausstatter doch auf zumeist männliches Publikum eingestellt. Will man sich nun die erste Ausrüstung zulegen und misst unter 175cm kann das schon zur Herausforderung werden. Hosen und Jacken für die „Diana“ von heute gibt es zwar, jedoch ist die Auswahl meist um einiges geringer als in der Herrenabteilung. Auch fällt auf, dass vor allem die Auswahl in den günstigeren Kategorien sehr gering oder gar ganz ausfällt. Auch beim Schuhwerk zählt man mit Schuhgröße 38 schon eher zu den Exotinnen. Mit Glück gibt es ein einziges Paar in der gewünschten Größe, ansonsten muss mit dicken Socken die nächste Größe probiert werden, dann heißt es hoffen, dass die Schuhe auch richtig sitzen. Im Internet zu bestellen gleicht einem Glücksspiel, schließlich ist der Schnitt von jagdlicher Kleidung nicht mit der von Alltagskleidung zu vergleichen. Versucht man also die erste Ausrüstung übers Internet zu bestellen, sollte man gleich mehrere Größen bestellen und darauf gefasst sein den Großteil wieder retournieren zu müssen.

Beim „Unisex-Zubehör“ wie Gehörschutz oder Rucksack fällt die Auswahl schon leichter, schließlich hat man hier die gleiche Produktpalette zur Auswahl wie die männlichen Kollegen. Hie und da bekommt man den durchaus nett gemeinten Rat, dass wenn der Rucksack zu schwer ist, werde man bestimmt schnell einen Waidkameraden gefunden haben, der gerne den Rucksack abnimmt. Auch wenn es als Kompliment gemeint ist, hat es doch einen fahlen Beigeschmack, schließlich möchte man als Jägerin ernst genommen werden und nicht als Frau gewordene Trophäe gesehen werden.

Gastbeitrag von Jungjägerin Sigrid

Checkliste für die Erstausrüstung

(gilt für Jägerinnen und Jäger)

Hut

Jagdliche Kleidung

Gummistiefel

Messer

Gehörschutz

Rucksack

Regenjacke (geräuscharm)

Fernglas

Waffe

(wird noch ergänzt)

Jagdblog

Erfolgreiche Blattjagd auf Rehbock nach zig Versuchen

Einfach ist es nie, wenn man sich für einen Abschussbock entscheiden muss. Passt er, ist er alt genug oder gibt man ihm noch ein paar Jahre. Nach unzähligen Ansitzen im Revier machte ich einen Bock aus, den ich bisher noch nicht gesehen hatte. Er stand an einer ungünstigen Stelle, zumindest jagdlich gesehen, weil kein Hochsitz in der Nähe war.

Doch das sollte mich nicht abhalten und ich packte meinen Hocker samt Pirschstock ein und setzte mich auf einer kleinen Anhöhe am Sojafeld an, wo ich den Bock gesehen hatte. Vermeintlich gut getarnt, konnte ich schon beim ersten Ansitz den Bock ins Spektiv bekommen und als „alten“ Recken ansprechen. An einen Schuss war nicht zu denken, er trat vom Mais auf eine Wiese aus, trieb eine Geiß ein paar Runden, bis die beiden in das Sojafeld wechselten und dort für mich nur mehr als zwei Häupter sichtbar waren. Unverrichteter Dinge machte ich mich auf und plante schon meinen nächsten Ansitz.

Dieses Mal setzte ich mich eher mittig vom Sojafeld in den Randstreifen und wartete auf den Bock. Doch wider erwarten, zeigte er sich nun ganz unten am Feld und nach kurzem Sichern über den Soja, verschwand er wieder im Maisfeld. Das ähnliche Spiel wiederholte sich noch drei Mal und immer musste ich erfolglos abziehen.

Samstagabend begleitete mich eine Jungjägerin auf den Ansitz und sie war von Anfang an guter Dinge, dass sie endlich dabei sein könnte, wenn ein Bock erlegt wird. Ich war mir da nicht so sicher. Kurz vor halb acht am Abend nahmen wir auf unseren Hockern Platz und versteckten uns hinter etwas höherem Bewuchs. Kurz vor acht trat ein weibliches Stück Rehwild vom Mais auf die Wiese und schließlich in den Soja, verschwand aber wieder zurück in den Mais. Am 1. August kann man den Reh-Fiep schon verwenden, gedacht, getan. Fünf Fieps später war immer noch alles ruhig und ich packte gerade die Pfeife weg. Da wurde die Jungjägerin nervös, „der Bock, da kommt er“, hörte ich und nahm leise mein Fernglas, um ihn selbst zu bestätigen. Kurz nach acht Uhr trat der seit langem gejagte Bock also aus dem Mais und sicherte wo der Fiep her kam. Die Entferung passte und auch ein Kugelfang war gegeben.

Schnell packte ich meinen Steyr Mannlicher Repetierer auf den Pirschstock doch der Bock warRehbock verschwunden. Meine Begleitung beruhigte sich wieder, ich suchte mit dem Zielfernrohr noch die Feldkante ab. Siehe da der Bock wechselte vom Soja über die Wiese zum Mais. Ich visierte ihn an, pfiff und der Bock blieb stehen. Ich stach mein Gewehr ein, löste die Sicherung und pfiff
noch einmal und der Bock stellte sich breit und die Kugel verließ den Lauf. Deutlich zeichnend, flüchtete der Bock in den Mais. Der Jungjägerin klingelten die Ohren und mich hatte das Jagdfieber gepackt. „Hoffentlich liegt er“, dachte ich mir und holte meinen Hund vom Auto.

Am Anschuss dann die Erleichterung, wir konnten sofort Schweiss ausmachen und meine Labrador Hündin zog mich in Richtung Rehbock. Nach rund 20 Metern lag er da. Was für ein Erlebnis, nicht nur für die Jungjägerin auch für mich und meinen Hund. Der Bock bekam den letzten Bissen und wir Rehbockbrachten ihn nach Hause zum Aufbrechen. Es ist ein
mittelalter bis alter ungerader Sechser, mit relativ hohen Stangen. Nach langer Jagd, bei perfekten Bedingungen so einen Bock zurStrecke zu bringen – Jägerherz was willst du mehr.

Nachtrag: Nach dem Auskochen schätze ich durch den Zahnabschliff den Bock auf etwa fünf Jahre. Durch die schwache Trophäe ein passender Abschussbock, natürlich mildert das meine Freude über die Erlegung dieses Rehbocks nicht und das Krickerl wird einen Ehrenplatz im Wohnzimmer bekommen.Unterkiefer Rehbock

Sommerliche Fuchsjagd

Die Fuchsjagd ist nicht nur im Winter spannend, auch im Sommer muss man in unserem Revier  Reineke nachstellen. Heuer verzeichnen wir besonders viel Aktivität bei den Jung- und Altfüchsen. Die Räuber sehen sehr ausgehungert aus, da es anscheinend zu wenig Beute für die vielen Rotröcke gibt.  Deshalb bin ich in den vergangenen Wochen vermehrt angesessen, ließ die Böcke ziehen und wartete auf Raubwild Ich packte die CZ Kombinierte ein im Kaliber 5,6x52R und einem 12×70 Schrotlauf und setzte mich in der Nähe der Baue an. Mit meiner Kombi Mauspfeiffe und Hasenklage, wollte ich die Räuber aus der Deckung locken.IMG_3130

Nach fünf, sechs Ansitzen konnte ich bisher zwei Jungfüchse und einen Jungdachs strecken. Einmal fehlte ich einen Fuchs und die anderen Male war es schon zu finster, um Reineke ins Fadenkreuz zu bekommen. Auf der Kombinierten ist ein altes Kahles 6x42mm montiert. Einen Jungfuchs trug ich mit meinem Steyr Mannlicher Stutzen in 308 Win. einen Schuss an. Jedes Mal lagen die Raubtiere im Feuer. Auch die Jagdkollegen haben schon ordentlich Strecke gemacht, trotzdem sind noch immer zig Jungfüchse auf den abgeernteten Feldern unterwegs. Einige werden ihren Kollegen noch folgen müssen, damit wir ein wenig Niederwild bis zum Herbst durchbringen.

Was braucht es für die Fuchsjagd?

Geduld und guter Wind sind wichtig. Beim Kaliber kann ab der 22. Hornet aufwärts Füchse mit Leichtigkeit erlegen. Im Moment nutze ich eine CZ Bockbüchsflinte im Kaliber 5,6×52 R und 12×70 Schrotlauf. Montiert ist ein altes Kahles 6×42 mm, ich habe aber auch mit meiner Steyr Mannlicher in 308 Win. schon auf den Fuchs geschossen, der Ausschuss war bei einem ähnlichen Treffersitz nicht viel anders, als mit der kleinen Kugel.

Der Fuchslocker ist vor allem im Sommer für Jungfüchse ein Magnet, etwas Mäuseln kurz nach Sonnenuntergang und die jungen Rotröcke rücken schon an. Auf den abgeernteten Weizenfeldern hat man auch mit wenig Mond genug Licht, um sicher eine Kugel anzutragen. Für mich hat bis jetzt das 6×42 mm Kahles ausgereicht, natürlich ist es nicht mit meinem variablen Kahles 3-12×56 mm vergleichbar, aber es erfüllt seinen Zweck.

IMG_4132Auch wenn es für Nichtjäger schwer zu begreifen ist, dass der „süße“ Fuchs bejagt werden
muss, ist es doch eine der wichtigsten jagdlichen Aufgaben das Raubwild zu regulieren. Erstens hilft es dem Niederwild, trotz vieler Probleme durch die industrielle Landwirtschaft, im Revier Fuß zu fassen. Außerdem verhindert es Seuchen, die bei einer Überpopulation an Füchsen ausbrechen können. Natürliche Feinde hat der Rotrock in unseren Gefilden kaum, einige fallen der Straße zum Opfer, ab und zu soll ein Uhu einen Jungfuchs greifen, der einzige Beutegreifer der diese Raubtiere aber wirklich regulieren kann, ist der Jäger. Seit der intensiven Bejagung, verschwinden auch fast keine Hühner mehr aus den Ställen in der Ortschaft, die für den schlauen Fuchs leichte Beute sind.