Nach acht erfolglosen Ansitzen, ging es Sonntagfrüh wieder ins Revier. Um 5 Uhr noch Jagdkollegin abgeholt und es ging zum Hochsitz, wo ich seit mehr als zwei Wochen auf einen passenden Sechserbock wartete. Der Sitz steht an einer Wiese mit einigen Obstbäumen, auf drei Seiten von Wald umgeben und auf einer Seite grenzt ein Maisfeld das Blickfeld ab. Eigentlich ein vielversprechender Einstand mit viel Ruhe.

Bei den Ansitzen zuvor kam des öfteren ein ein oder zwei jähriger Bock vorbei, der Lauscherhoch auf einen Sechser blendete, ich konnte ihn nicht genau ansprechen und wegen seiner Unbedarftheit, glaube ich es ist ein Jährling. Ich ließ ihn mehrere Male ziehen. Bei einem Morgenansitz trat ein passender Sechser aus, der mir nach genauerem Ansprechen zu jung erschien und auf jeden Fall noch Potential hat, auch ihn ließ ich in den Mais ziehen. Sonst hörte ich immer wieder Geißen fiepen und Böcke treiben, jedoch im Wald oder Maisfeld. Ein Fuchs schaute fast bei jedem Ansitz auf der Wiese vorbei, sonst tat sich meist nicht viel.

Zurück zum Sonntagmorgen, wir pirschten zum Hochsitz, es war noch alles ruhig, also baumten wir auf. Wir warteten etwa 40 Minuten, zwischendurch blattete ich ein paar Mal. Kurz vor 6 Uhr betrat ein Sechserbock die Wiese, schnell angesprochen, der Träger war stark, die Stangen sehr dunkel und auch das Haupt deutete auf einen älteren Bock hin. „Den schießen wir“, sagte ich und legte meinen Steyr Mannlicher Repetierer an und brachte das Fadenkreuz meines Zielfernrohrs etwas hinters Blatt, als er kurz verhoffte, stach ich ein und drückte ab. Ich sah den Bock deutlich Zeichnen, er war mit allen vier Läufen in der Luft, spannte ein und verschwand hinter der Baumkante.

Wir schnauften kurz durch und gaben dem Bock noch ein paar Minuten, bevor wir zum Anschuss gingen. Schweiß konnten wir genügend finden, dann folgte ich der Fährte und gleich hinter der Wiesenkante etwa zwei Meter im Wald lag der Bock. Die Freude war groß, ich traf ihn etwas hinterm Blatt, die 308 Win. Geco Teilmantel durchbohrte die Lunge und ließ den Bock noch etwa 30 Meter flüchten, bevor er verendete. Es ist ein passender Sechser Abschussbock, mit dunklen Stangen.

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Schnell war der letzte Bissen im Äser und wir versorgten das Wild gemeinsam. Den Aufbruch ließen wir für den dort streifenden Fuchs im Wald zurück. Etwa 40 Minuten nach dem Schuss, war der 15 Kilogramm schwere Bock im Kühlhaus verstaut. Das Alter schätze ich auf  vier bis fünf Jahre, genau werden wir es erst wissen, wenn das Kiefer fertig ausgekocht ist.

Nach so vielen Ansitzen Waidmannsheil haben, ist unbeschreiblich. Ein guter Morgenansitz der uns beiden noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Waidmannsheil!

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Ein Gedanke zu “Bockjagd II 2016

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