Der Winteransitz am Samstag begann auf einem Hochsitz in der Nähe vom Bach, als sich endlich etwas bewegte und eine Geiss samt Kitz aus dem Feld anwechselte, sah ich auch einen Jagdkollegen, samt Hocker und Gewehr herüberwechseln. Er setzte sich am Bach in den Waldgürtel und machte es sich bequem. Geiss und Kitz verabschiedeten sich und auch ich beschloss den Sitz zu wechseln.

Nach etwas Überlegung, setzte ich mich trotz sinkender Sonne auf eine Waldkanzel, da ich dort auf der Wildkamera Geiss und Kitz bestätigt hatte. Die waren auch schon auf dem Weg zur Kanzel zu sehen und verschwanden im Dickicht des Waldes. Na gut, auf der Kanzel angekommen, richtete ich mich ein und wollte warten bis die Sonne untergegangen ist. Was im Winter sowieso schon gegen 16 Uhr passiert. Kein Wild im Anblick, aber dann ein Grunzen.

In unserem Revier ist Schwarzwild nur gelegentlich zu Besuch. Deshalb blieb ich skeptisch, ob es wirklich ein Schwarzkittel war. Doch in regelmäßigen Abständen hörte ich wieder Grunzen. Es muss eine Sau sein,  sofort motiviert, blieb ich versteinert sitzen. Der Mond beleuchtete den Waldweg perfekt und ich glaste immer wieder auf und ab. Kurz vor halb sechs schaute ich wieder auf  den Weg, nachdem mehrere Äste geknackt hatten. Da stand die Sau. Etwa 50 Meter vom Hochsitz entfernt, sie verhoffte. Sofort nahm ich meinen Steyr Mannlicher Stutzen, brachte das Blatt des Wildschweins in das Absehen meines Kahles CBX 3-12x56mm und drückte ab.

Der Mündungsblitz blendete mich. Ich hörte ein quieken und dass die Sau umgefallen war. Schnell leuchtete ich mit meiner Taschenlampe zum Anschuss, das Wildschwein lag dort, wo es zuvor gestanden hatte. Ich konnte es noch gar nicht fassen. Da die Wildschweine eben nur seltene Besucher sind, war die Freude umso größer, dass ich eine zur Strecke bringen konnte. Die Jagdkollegen konnten es erst gar nicht glauben, als ich mit dem Schwein im Kofferraum aus dem Wald fuhr, verstand ich es. Dichtester Nebel war hereingezogen, eine halbe Stunde später, hätte ich das Keilerchen sicher nicht mehr gesehen.

Aufgebrochen hatte der Frischlings-Keiler 38 Kilogramm, mittlerweile ist er bereits portioniert in der Kühltruhe. Dieser kleine Keiler war der Höhepunkt in meinem Jagdjahr. Heuer konnten erst zwei Wildschweine bei uns  im Revier erlegt werden, normalerweise kommt ein Schwein im Jahr zur Strecke. Das erste Wildschweingulasch hat ebenfalls schon wunderbar geschmeckt.

Weidmannsheil!

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